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Berliner die auch in Berlin geboren sind - Wie hoch ist der Anteil?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
Der gebürtige Berliner.

Deutschlands Föderalismus war schon immer etwas besonderes. Bereits im alten römisch - deutschen Reich war es wichtig, mit welchem Dialekt man sprach. Wohnte man in Baden, und sprach Hessisch, so wurde man generell schief angesehen. Das erklärt, warum die Herkunft für Deutsche so wichtig ist.

Der Berliner: Ein Auslaufmodell?

  • Berlin hat inzwischen 3,5 Millionen Einwohner.
  • Von diesen 3,5 Millionen Menschen sind Drei Viertel ausserhalb Berlins geboren. Nahezu 900.000 sind ursprünglich aus dem Ausland. Diese Zahl erhöht sich jährlich um ca. 150.000 weitere Einwanderer, wobei pro Jahr auch 130.000 Menschen wegziehen.
  • Betrachtet man diese Zahlen, wird umso unverständlicher woher "der Berliner" kommt, der bei Stadtrundfahrten immer zitiert wird.
  • Berlin: Ein Zukunftsmodell

    1. Diese Tatsachen sind dabei keineswegs neu. Bereits im 18. Jahrhundert wurden französische Hugenotten und Salzburger Protestanten nach Berlin geholt, um das Wachstum der Stadt anzukurbeln.
    2. Spätestens nach der Reichsgründung 1871 explodierten die Einwohnerzahlen Berlins erneut. Fabrikarbeiter aus Polen, Kaufleute aus Norddeutschland, Glücksritter aus alle Welt, diese Gruppen, und noch viele mehr, versuchten in Berlin ihr Glück zu finden.
    3. Auch damals schon waren viele der offiziell registrierten "Berliner" Halbnomaden: Im Winter zogen sie aufs Land, wo es günstige Wohnungen gab, im Sommer kamen sie in die Metropole, die ihnen Arbeit bot. Auch heutzutage noch zieht ein Sechstel der Einwohner um, egal ob innerhalb oder ausserhalb der Stadtgrenzen.
    4. Diese Bereitschaft, innerhalb der Stadt umzuziehen, grenzt Berlin auch von anderen deutschen Städten ab. Ein Einwohner von Köln - Nippes würde niemals nach Ehrenfeld ziehen. Für den Berliner ist ein Umzug von Kreuzberg nach Charlottenburg, von Ost nach West, von Nord nach Süd, nichts Besonderes.

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