Foto: Shutterstock.com

Das Kastensystem - Die soziale Ordnung Indiens?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 13:59
In Indien ist die Religion viel enger mit der Gesellschaft verbunden, als in europäischen Ländern.
Die Inder glauben als Hinduisten, an die Wiedergeburt nach dem Tod. Aufgrund seines Karmas, wird ein Mensch in einer bestimmten Kaste wiedergeboren. Wurde im Laufe des Lebens, aufgrund guter Taten, viel gutes Karma gesammelt, so wird man in einer hohen Kaste wiedergeboren. Umgekehrt verhält es sich, wenn im Leben zu viel negatives Karma gesammelt wurde. Die Kaste, in die der Mensch wiedergeboren wird, verkörpert den Rang des Menschen innerhalb der Gesellschaft. So glauben die Inder, dass ein Mensch in einer niederen Kaste es auch verdient hat, in ihr hinein geboren zu werden, weil er in seinem vergangenen Leben viele schlechte Taten begangen hat, die sein Karma verunreinigt haben.

Die fünf Hauptkasten der indischen Gesellschaft:

  1. An oberster Stelle, stehen die Brahmanen. Ihre Aufgabe in der Gesellschaft, ist zu führen, sowohl spirituell als auch politisch und materiell. Die Brahmanen sind die Gelehrten Indiens. Sie sind Ärzte, Rechtsanwälte, bekleiden hohe öffentliche Ämter und haben den größten Einfluss auf den Rest der Gesellschaft.
  2. Ksatriyas sind die nächste Kaste im System. Die Ksatriyas sind die Krieger der indischen Gesellschaft. Sie haben Positionen bei der Polizei und dem Militär. Neben dem Schutz des Volkes, haben die Ksatriyas die Aufgabe, die Interessen der Brahmanen durchzusetzen.
  3. Die dritte Kaste sind die Vaisyas. Die Vaisyas setzen sich aus Kaufleuten und Bauern zusammen. Sie haben die Aufgabe, die Gesellschaft mit Gütern des täglichen Bedarfs zu versorgen.
  4. Die Arbeiter und Handwerker stellen die dritte Kaste und werden Sudras genannt. Sie haben die Aufgabe, mit ihrer Arbeit zum Wohlergehen der Gesellschaft beizutragen. Die Sudras werden auch als Zahnräder oder als das Schmieröl der Gesellschaft angesehen.
  5. Die Parias sind die letzte Kaste. Sie werden auch die Unberührbaren genannt, weil die Parias in Armut leben und praktisch keine Aufgabe in der Gesellschaft haben. In dieser Kaste gibt es nur Bettler oder Kriminelle. Daher sind die Parias von den anderen Kasten sozial isoliert.


Das Kastensystem ist in allen Lebensbereichen präsent:

  1. Angefangen bei der Kleidung, an der man die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kaste erkennen kann. So tragen Angehörige der höheren Kasten ausschließlich grün und rot und sind oft prunkvoll geschmückt.
  2. Darüber hinaus ist es den Angehörigen der Kasten verboten, Dinge zu essen, die für ihre Kaste als unrein gelten. Es ist auch nur möglich, innerhalb der gleichen Klasse zu heiraten.
  3. Ehen zwischen zwei verschiedenen Kasten, werden nicht geduldet.
  4. Weiterhin ist es nicht möglich, in eine andere Kaste zu gelangen.

Kommentare