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Demographischer Übergang - Worum geht's?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:18
Alle Industrieländer durchlaufen im Prinzip die gleichen Phasen des demographischen Überganges.

Die Bevölkerungsentwicklung in einem Staat, einer Gesellschaft voraussagen zu können, ist eine der wichtigsten Prognosen für die künftige Entwicklung. Wie viele Wohnungen, Schulen, Altersheime, Krankenhäuser werden wir in 50 Jahren brauchen, wie viele finanzielle Mittel für Renten aufbringen müssen. Unter dem Begriff Demographischer Übergang wird eine Theorie, eine Art Modell verstanden, dass erklärt, wie sich der in den westlichen Industrienationen stattfindende Wandel zu niedrigeren Geburten- und Sterberaten auf das Bevölkerungswachstum längerfristig auswirkt.

  • Alle Industrieländer durchlaufen im Prinzip die gleichen Phasen des demographischen Überganges, nur in unterschiedlichem Tempo. 
  • Das Modell darf aber nicht zu starr betrachtet werden, es gibt auch noch Variable, die zusätzlich noch auf kulturelle Unterschiede in den einzelnen Ländern eingehen. 
  • Außerdem steht schon jetzt fest, dass mit Phase V nicht das Ende des Demographischen Übergangs erreicht und die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. 
  • Viele hochentwickelte europäische Staaten erreichen das "Erhaltungsniveau" von 2 Kindern pro Familie nicht mehr, Frauen bekommen immer später die Kinder, es gibt viel mehr alternative Lebensentwürfe.

Die Erfinder des Modells vom Demographischen Übergang sind die amerikanischen Demographen Warren S. Thompson und Frank W.Notestein, später wurde es von verschiedenen Wissenschaftlern weitergeführt. Heute geht das Modell des demographischen Übergangs von fünf Phasen aus:

Phase I:

Hier sind die Geburten-und Sterberaten noch hoch und normalerweise kaum voneinander abweichend. Allerdings kommt es durch Kriege, Seuchen, Missernten und Hungersnöte immer wieder zu höheren Sterberaten. Die Bevölkerung wächst kaum.

Phase II:

In dieser Phase bleibt die Geburtenrate annähernd gleich, die Sterberate sinkt infolge besserer ärztlicher Betreuung leicht. Die Bevölkerung wächst stärker.

Phase III:

Jetzt fällt die Sterberate durch Fortschritte der ärztlichen Heilkunst, bessere hygienische Bedingungen und leichtere Arbeit erheblich. Die Geburtenrate sinkt etwas, weil nicht mehr viele Kinder für die Altersvorsorge notwendig sind. Die Bevölkerung wächst, es gibt besonders viele Menschen im arbeitsfähigen Alter (mehr als Kinder und Rentner), Damit müssen weniger Menschen versorgt werden, das führt in der Regel zum wirtschaftlichen Aufschwung eines Landes

Phase IV:

Die Sterberate sinkt weiter leicht, die Menschen werden älter, gleichzeitig sinkt die Geburtenrate,vor allem durch moderne Empfängnisverhütung, stark, die Bevölkerungszahl sinkt, das Durchschnittsalter steigt an. 

Phase V:

Die Geburten-und Sterberate sind gleichbleibend niedrig und stabil. Sie weichen kaum voneinander ab, die Bevölkerungszahl bleibt auf dem gleichen niedrigen Niveau.

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