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Der Kommunismus: Definition und Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
In der Politikwissenschaft steht der Begriff Kommunismus für eine bestimmte Ideologie, politische Bewegung oder Herrschaftsform.

In der Politikwissenschaft steht der Begriff Kommunismus für eine bestimmte Ideologie, politische Bewegung oder Herrschaftsform. 

Markante Begrifflichkeiten zum Kommunismus

  • Ideologie
  • Sozialismus
  • Demokratischer Zentralismus und Kollektiv
  • Klassenlose Gesellschaft und Planwirtschaft
  • Karl Marx
  • Marxismus-Leninismus
  • Lenin
  • Friedrich Engels
  • Dialektischer Materialismus

Der Kommunismus

In der früheren Sowjetunion und in den Ländern, in denen der Sozialismus real existierte, gab es eine Herrschaftsform, die auf der führenden Rolle der kommunistischen Partei beruhte. Sie vertrat das Prinzip des Demokratischen Zentralismus, der alle gesellschaftlichen und staatlichen Tätigkeiten steuert und die Warenproduktion im Kollektiv organisiert. Tritt der Kommunismus in einer besonders grausamen Form auf, spricht man im Allgemeinen vom Stalinismus. 

Tritt der Kommunismus als politische Bewegung in Erscheinung, wendet er sich in der Regel gegen den Kapitalismus, in dem die Wirtschaft auf privater Organisation beruht. Die Kommunisten verfolgen dabei das Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, die sie entweder durch eine zentral gesteuerte Planwirtschaft beziehungsweise durch eine Verwaltung, die von Räten regiert wird, verwirklicht werden soll. Die Menschen sollen bei der Produktion durch die Freiheit von Assoziationen miteinander kooperieren.

Die Ideologie des Kommunismus ist seine theoretische Position, die in der Praxis umgesetzt werden soll. Diese Weltanschauung dient der geistigen Führung, der Legitimation der Herrschaft. Der Begriff Kommunismus umfasst auch alle politischen Ziele, Vorstellungen und Modelle von Gesellschaften, mit denen die Umsetzung einer gesellschaftlichen Gleichheit ohne Privateigentum gefordert oder verwirklicht werden soll. Als geistiger Begründer des Kommunismus gilt Karl Marx. 

Der Marxismus-Leninismus verwandelte die Revolutionstheorie von Karl Marx in eine Weltanschauung für Berufsrevolutionäre, die als Avantgarde der Arbeiterschaft auftraten. Bereits unter Lenin zementierte sich die Herrschaft der Partei. Als maßgebende Ideologie wurde der dialektische Materialismus inthronisiert, der von Friedrich Engels entworfen worden war. 

Beginnend durch die Aufstände der Arbeiter in Polen und der Gründung einer oppositionellen Gewerkschaft, setzte seit den 80er-Jahren die Auflösung der kommunistischen Herrschaftssysteme im Ostblock ein. Michael Gorbatschow setze in der Sowjetunion einen Prozess der Reformen in Gang, der die Wirtschaft liberalisieren und ankurbeln sollte. Nach dem Zerfall des Ostblocks durch die Abspaltung der Satellitenstaaten, gründeten sich dort nicht-kommunistische Parteien. Die kommunistischen Parteien erreichten bei freien Wahlen fast niemals mehr die Mehrheit. 

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