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Die Namenswahl des Papstes? – Entscheidungskriterien

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Tritt ein neugewählter Papst das Amt seines Vorgängers an, so ist es Tradition, dass er seinen Taufn

Tritt ein neugewählter Papst das Amt seines Vorgängers an, so ist es Tradition, dass er seinen Taufnamen weitestgehend ablegt und einen Papstnamen annimmt. Doch nach welchen Kriterien wird entschieden, welchen Namen der Amtsinhaber zukünftig trägt und welche Personen entscheiden darüber? Dieser Artikel klärt diese Fragestellungen und erläutert die Vorgehensweise bei der Namenswahl des Papstes.

Hintergründe der Namenswahl

  • Die Annahme eines neuen Namens ist eine weitreichende Tradition in der päpstlichen Geschichte und wird durch die Anpassung der Namen an denen des Altertums bis in die Moderne fortgeführt.
  • Die Entscheidung, welchen Namen der Papst annimmt, obliegt ihm in erster Linie selbst.
  • Der Papst ist dabei nicht verpflichtet, seine Beweggründe für seine Namenswahl zu erläutern, sodass die Motive nicht immer klar erkennbar sind.
  • In der Regel ist es unüblich einen der Namen der zwölf Apostel, insbesondere Petrus, anzunehmen. Auch der Name eines Evangelisten ist im Normalfall auszuschließen.
  • Die Namenswahl des Papstes ist aber häufig eine Art Tribut an einen ruhmreichen Vorgängers, wie beispielsweise Gregor als Anlehnung an Gregor der Große.
  • In vielen Fällen wird der Name auch aufgrund der wörtlichen Übersetzung gewählt. Typische Beispiele sind "Clemens" (clementia = Milde) und "Innozenz" (innocentia = Unschuld).
  •  Ein weiterer Grund für die Namenswahl des Papstes war die Nähe zu einem Vorgänger innerhalb der eigenen Familie. So war unter anderem Papst Pius III. der Neffe von Pius II.
  • Die römische Ziffer am Ende eines Namens wird als Ordnungszahl bezeichnet. Sie gibt im Regelfall an, wie oft der Name bereits wiederverwendet wurde.
  • In der Geschichte rund um das Pontifikat kam es einige Male vor, dass absichtlich der Name eines Vorgängers aus einer weit zurückliegenden Epoche gewählt wurde, um von den Päpsten der jüngeren Vergangenheit Abstand zu gewinnen.
  • Bei vielen Päpsten vergangener Zeiten ist die Motivation für die Namensgebung aber auch schlichtweg unbekannt.
  • Insgesamt ist zu sagen, dass der Namenswahl des Papstes eine Vielzahl an Entscheidungskriterien zu Grunde liegen und der Papst es letztendlich individuell festlegt, warum er welchen Namen annimmt.
  • Ist ein neues Oberhaupt für das Pontifikat gewählt, so verkündet ein Kardinalprotodiakon den neuen Papstnamen vor einer in Rom versammelten Menschenmenge.
  • Diese Ansprache wird traditionell in lateinischer Sprache abgehalten.

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