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Die Vereinten Nationen - Wie funktioniert die Völkergemeinschaft?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:51
Die Vereinten Nationen haben Auge darauf, dass die Menschen friedlich miteinander umgehen.

Die Vereinten Nationen (englisch United Nations Organization, kurz UNO) haben seit 1945 ein Auge darauf, dass die Menschen auf der Welt friedlich miteinander umgehen. Drei Ziele hat die Staatengemeinschaft festgelegt: Weltfrieden sichern, Menschenrechte durchsetzen und soziale Gerechtigkeit umsetzen. Doch diese Ideale werden konstant in Frage gestellt und die UNO muss reagieren.

Und das kann bei der UNO bedingt durch ihre Struktur dauern. Die Organisation ist in viele Untergremien eingeteilt. Darunter sind vor allem die Generalversammlung mit den 193 Mitgliedstaaten, der Weltgerichtshof, das Sekretariat und der Sicherheitsrat von Bedeutung.

Struktur der UNO

  1. Wenn es Konflikte gibt, ist vor allem der Sicherheitsrat gefragt. Je nach Situation kann der Sicherheitsrat Erklärungen abgeben. Diese kritisieren zwar die Situation vor Ort, bringen aber keine direkten Konsequenzen mit sich. 
  2. Anders ist das bei Resolutionen. Die formulieren Strafen (politisch oder wirtschaftlich) und können sogar einen Militäreinsatz zur Friedenssicherung bewilligen.
  3. Leider ist der Weg bis dahin kompliziert. Das liegt unter anderem an den notwendigen Mehrheitsverhältnissen innerhalb des Sicherheitsrates, um überhaupt etwas entschieden zu können. Der Sicherheitsrat setzt sich aus fünfzehn Mitgliedstaaten zusammen. 
  4. Fünf Staaten (USA, China, Russland, UK und Frankreich) haben einen dauerhaften Sitz im Gremium. Die übrigen zehn werden wechselweise alle zwei Jahre vergeben.
  5. Will der Sicherheitsrat eine Erklärung oder eine Resolution durchsetzen, sind dazu 9 der insgesamt 15 Stimmen notwendig. Und selbst wenn die 9 Stimmen zusammenkommen, kann eines der ständigen Mitglieder von seinem Vetorecht gebraucht machen. 
  6. Dieses Veto reicht aus, um die Entscheidung scheitern zu lassen. In Anbetracht der Tatsache, dass jedes Land unterschiedliche Interessen und Ziele verfolgt, fallen die Resolutionen oft als schwacher Kompromiss aus. Was zum Beispiel die USA beabsichtigt, kann China missfallen und legt ein Veto ein.
  7. Im Zweifelsfall kommt es zu keiner Einigung. Das kann verheerende Folgen haben. So fehlten während der Ruanda-Krise 1994 Mandat und Personal für einen Militäreinsatz. In Ruanda kam es zu einem Völkermord mit geschätzt 800 000 Toten. Die UNO griff nicht ein.
  8. Um die Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, soll der Sicherheitsrat reformiert werden. Dazu sind aber zwei Drittel der Generalversammlung plus die Stimmen der Vetomächte notwendig. Es bleibt abzuwarten, ob und wann ein tragfähiger Kompromiss gefunden wird.

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