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Die weltweit größten Religionen im Porträt - Hinduismus

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Das Wort Hindu kommt von altindischen Sindu, dem Fluss Indus, der im heutigen Pakistan liegt. B

Hinduismus oder die ewige Ordnung

  • Das Wort Hindu kommt von altindischen Sindu, dem Fluss Indus, der im heutigen Pakistan liegt. Bereits die alten Griechen bezeichneten mit diesem Begriff sowohl das Land als auch die Menschen, die darin wohnen. Hindu und Hinduismus sind also ursprünglich Fremdbezeichnungen, die heutzutage allerdings von den Indern auch selbst verwendet werden.
  • Unser Begriff Religion hat weder im Sanskrit noch in den anderen ihm verwandten indischen Sprachen eine Entsprechung. Religion als eigenen Bereich, als Sonderbereich neben anderen Lebensbereichen zu betrachten, ist dem Hinduismus fremd. Als Selbstbezeichnung für ihre Religion verwenden die Hindus den Sanskritbegriff Sanatana Dharma, die ewige Ordnung.
  • Der Begriff Hinduismus wird für eine Vielzahl von Religionen und religiösen Gruppierungen verwendet, die manchmal mehr Unterschiede als Gemeinsamkeiten aufweisen. So unterschiedlich die einzelnen Richtungen des Hinduismus auch sein können, sie alle anerkennen die Autorität der Heiligen Schriften, der Veden. Alle Hindus glauben an die Wiedergeburt: Nach jedem körperlichen Tod wird die Seele neu in den Kreislauf des Lebens einbezogen. Drei Wege führen zum Heil. Der erste Weg, Karma-Marga, strebt die Erlösung durch Werke und die Übung des selbstlosen Tuns an. Der zweite Weg, Dschnana-Marga, ist der philosophische Weg der Erkenntnis, der nur wenigen zugänglich ist. Der dritte und beliebteste ist der Weg des Glaubens, der liebenden Hingabe, Bhakti-Marga an eine Gottheit.

Das Kastenwesen

  • Priester - Krieger und Beamte - Bauern und Handwerker - Diener
  • Das Kastenwesen ist ein Teil des Dharma, der göttlichen Ordnung. Die vier Stände werden als Kasten bezeichnet. Die ab zirka 1800 vor Christus eingewanderten hellhäutigen Arier wollten sich von den dunkelhäutigen Ureinwohner unterscheiden. Heute wird man in eine der etwa dreitausend Dschati-Kasten hineingeboren.

Die heilige Silbe OM

  • In den Schriften des Hinduismus ist ein Mantra oft nur ein Wort oder sogar nur eine Silbe. Die Sanskritsilbe OM ist der Umlaut, das Ur-mantra. Aus ihm ist alles entstanden, zu ihm kehrt alles zurück. OM gilt als Manifestation der spirituellen Kraft. In der Regel beginnt jedes Mantra, jede Rezitation mit OM.

Yoga, eine spirituelle Praxis

  • Es gibt viele verschiedene Arten des Yoga, die jeweils in Verbindung mit einem der drei Heilswege gelehrt werden. Das Hauptziel ist körperliche Gesundheit und spirituelle Befreiung. 

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