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Die wichtigsten Adventstraditionen und deren Bedeutung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32

Viele unter uns verbinden mit dem Advent eine Zeit, in der man Geschenke kauft, über Weihnachtsmärkte schlendert und Glühwein trinkt, Plätzchen backt und sich auf Weihnachten freut. Für viele kann der Advent auch eine besonders stressige Zeit sein, da es eben so viel zu erledigen gibt. Was aber ist eigentlich die ursprüngliche Bedeutung vom Advent? 

Der Advent, abgeleitet vom lateinischen Wort „adventus“, was so viel wie „Ankunft“ bedeutet, ist für die Christenheit die Vorbereitungszeit auf das Fest der Geburt Jesu Christi, also auf Weihnachten. Die westliche christliche Adventszeit umfasst 4 Sonntage und kann von Jahr zu Jahr unterschiedlich lang sein, da der Beginn der Adventszeit mit dem ersten Adventssonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember liegen kann. Insgesamt dauert die Adventszeit 22 bis 28 Tage. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt zudem das neue Kirchenjahr.

Facts

  • „Adventus“ = Ankunft
  • Vorbereitungszeit auf Geburt Christus
  • Dauer: 22-28 Tage
  • zahlreiche Adventstraditionen

Geschichte und Traditionen

Geschichte

  • Ursprünglich lässt sich der Begriff „Advent“ auf den griechischen Begriff „Επιφάνια Epiphaniaaus“ zurückführen, welcher so viel wie „Erscheinung“ bedeutet.
  • Anfangs war die Adventszeit eine Fastenzeit, die 4 Wochen andauerte. Diese Zeitbeschränkung wurde auf dem Konzil von Lerida im Jahr 524 determiniert und angeordnet. Ähnlich wie die Fastenzeit vor Ostern, sollte auch die Adventszeit eine Zeit der Besinnung und des Nachdenkens bedeuten. Der einstige Fastengedanke der Adventszeit ist auch noch heute teilweise vorhanden. Zum Beispiel ist der Weihnachtskarpfen ein Überbleibsel der Adventsfastenzeit, da man beim Fasten auf Fleischgerichte verzichtete, dafür aber vermehrt Fischgerichte aß. 
  • Im 6. Jahrhundert n. Chr. legte Papst Gregor der Große die Adventsliturgie in ihren Grundzügen fest, denn er konstituierte erstmals die Zahl der 4 Adventssonntage. Diese Anzahl wurde nicht zufällig gewählt, sondern war ein Symbol für die 4000 Jahre, welche die Christenheit auf die Ankunft des Erlösers warten musste.
  • 1570 wurde die römische Adventsliturgie von Papst Pius V. endgültig für die gesamte Kirche aufgeschrieben und somit festgelegt.



Die bedeutendsten Adventstraditionen

  • Adventskranz: Der Adventskranz geht in seinen Ursprüngen auf die Kerzenandachten des Hamburger Theologen J.H. Wichern zurück. Zunächst gab es einen Holzreif mit 24 Kerzen. Im Jahr 1851 wurde dieser Holzreif erstmals mit Tannengrün verziert. Der typische, uns heute bekannten Adventskranz mit den vier Kerzen, etablierte sich nach dem Ersten Weltkrieg. Die Kerzen auf dem Adventskranz haben die Bedeutung des Lichtes, welches Jesus in die Welt brachte, inne. 
  • Adventskalender: Die Tradition des Adventskalenders entstand anlehnend aus dem Brauchtum des Abzählens der Tage bis Weihnachten im 19. Jahrhundert. Ab dem 20. Jahrhundert entstanden die unterschiedlichsten Adventskalender, hinter dessen 24 Türchen sich heutzutage die verschiedensten Dinge befinden können.
  • Lichterbögen: Auch Lichterbögen sind in der Adventszeit typischerweise anzutreffen. Sie sind ein Relikt der erzgebirgischen Bergarbeitertradition. Diese Bögen tragen die Bedeutung der Sehnsucht der Bergarbeiter nach dem Sonnenlicht inne.
  • Adventslieder: Traditionell werden in der Adventszeit auch zahlreiche Adventslieder gesungen, zum Beispiel auf den Weihnachtsmärkten und in den Gottesdiensten, die unter anderem auch die Bedeutung des Advents verbreiten. Einige der bekanntesten Adventslieder sind „Wir sagen euch an den lieben Advent“, „Tochter Zion“ und „Macht hoch die Tür“.

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