Foto: Shutterstock.com

Differenz zwischen Psychologie und Psychoanalyse - Wo liegt der Unterschied?

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Um den Unterschied zwischen Psychologie und Psychoanalyse verstehen zu können, müssen zunächst beide Begriffe kurz definiert werden.

Um den Unterschied zwischen Psychologie und Psychoanalyse verstehen zu können, müssen zunächst beide Begriffe kurz definiert werden.

Die Psychologie

Das Wort "psyché" entstammt dem Altgriechischen und hat die Bedeutungen Hauch, Seele oder auch Gemüt, während es sich bei allen Begriffen, die auf "logie" enden, immer um (ggf. empirische) Wissenschaften handelt. So versucht die Psychologie das Verhalten bzw. das Erleben der Menschen zu beschreiben und auch zu erklären. Wichtig dabei ist auch die zeitliche Entwicklung des Menschen in seiner Gesamtheit, dem selbstverständlich auch äußere, sowie innere Ursachen zu Grunde liegen.
Als Wissenschaft greift die Psychologie in ganz unterschiedliche Bereiche ein, daher fällt eine strikte Zuordnung zu den Sozial-, Geistes- oder Naturwissenschaften nicht nur schwer, es ist eigentlich nicht möglich. Ursprünglich im angelsächsischen Raum wurde eine Untergliederung bzw. Einteilung der Psychologie in die Neuro-, Kognitions- und Verhaltenswissenschaft vorgenommen (behavioural sciences).

Die Psychoanalyse

Bei der Wortendung "analyse" geht es immer den aktiven Vorgang der Untersuchung, der Enträtselung, der Zerlegung. Der Wiener Neurologe Sigmund Freud begründete um 1890 die Psychoanalyse im Sinne einer psychologischen Theorie, die einen wichtigen Grundstein bildet für verschiedene Tiefenpsychologie-Schulen, die sich später daraus entwickelten. Siegmund Freud erarbeitete insbesondere Theorien zur Psychodynamik des Unbewussten, um auf dieser Grundlage die menschliche Psyche beschreiben und erklären zu können. In der Folge wurden daraus die Ansätze für psychoanalytische Therapien oder Methoden entwickelt, die dabei helfen sollen, eigene innere sowie zwischenmenschliche Konflikte lösen zu können. Dabei muss jeder einzelne Mensch auch in dem einflussreichen Umfeld seiner Kultur bewertet werden.

Der Unterschied

Was beiden, der Psychologie und Psychoanalyse auf jeden Fall gemein ist, das ist ihre ständige Weiterentwicklung und auch Veränderung, die von den Forschern, aber auch von den Kliniken vorangetrieben wird. Zusammenfassend lässt sich sagen: Der wesentliche Unterschied zwischen Psychologie und Psychoanalyse besteht darin, dass erstere die zu Grunde liegende Wissenschaft ist, die dann in der Folge in konkrete (praktische) Anwendungen, nämlich der Psychoanalyse im Sinne einer Therapie, die individuell auf den Fall (Patienten) abzustimmen ist, umgesetzt wird.

Kommentare