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Electoral College - Was ist das?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:09
Alle vier Jahre wählen die US-Amerikaner ihren neuen Präsidenten.

Alle vier Jahre, immer am ersten oder zweiten Dienstag des Novembers, wählen die US-Amerikaner ihren neuen Präsidenten. Nach Wochen des Wahlkampfes kommt es endlich zur Entscheidung. Doch wer glaubt, dass in den USA genauso gewählt wird, wie bei uns in Deutschland, liegt daneben. Stellt sich die Frage, nach welchem System die Amerikaner denn dann wählen? Das werdet ihr jetzt erfahren.

  • Geht ein Bürger in Los Angeles an jenem Dienstag in seine Wahlkabine, steht auf dem Wahlzettel, anders als bei uns, der Name des Kandidaten, zum Beispiel Barack Obama oder Mitt Romney. 
  • Allerdings wird der Präsident gar nicht direkt vom Volk gewählt, sondern indirekt über Wahlmänner in den einzelnen Bundesstaaten. Und ebendiese Auserwählten treten dann im sogenannten Electoral College zusammen, um den Präsidenten zu bestimmen. 

Beispielhafter Ablauf der US-Wahl

Tom aus Los Angeles geht in sein Wahllokal

  1. Er macht sein Kreuz für Kandidat A
  2. Seine Stimme wird mit all den anderen Stimmen aus seinem Bundesstaat, hier also Kalifornien, zusammengezählt.
  3. Jetzt wird geschaut, welcher Kandidat in Kalifornien die meisten Stimmen bekommen hat. Haben bei Kandidat A die meisten Leute ihr Kreuzchen gemacht, erhält dieser alle Wahlmänner-Stimmen aus Kalifornien. 
  4. Aus Kalifornien gehen nun 55 Wahlmänner zum Electoral College und stimmen für Kandidat A ab. Kandidat B darf aus Kalifornien keinen einzigen schicken.
  5. Aus jedem der anderen 49 US-Bundesstaaten gehen auch die Wahlmänner des jeweiligen Siegers zum Electoral College und geben ihre Stimme ab.
  6. Der Präsidentschaftskandidat, der am Ende die meisten der insgesamt 538 Wahlmännerstimmen erhalten hat, gewinnt die Wahl. Benötigt werden also 270 Wahlmmänner Stimmen um die Mehrheit zu erreichen.
  7. Das klingt hier recht kompliziert. Zur Veranschaulichung klickt doch mal oben in das Video rein. Da wird das ganze Verfahren noch einmal erklärt.


Kritik an diesem Wahlsystem

  • Das größte Problem ist, dass die Stimmen aller Wähler, die in Kalifornien (oder jedem anderen Bundesstaat) für den Verlierer gestimmt haben, in der Endabrechnung gar nicht zählen. 
  • Der Gewinner bekommt alle Wahlmänner, der Verlierer keinen einzigen. Und das selbst wenn Kandidat A nur eine einzige Wählerstimme mehr bekommen hätte. 
  • Auch wenn die Wahl in Kalifornien also 51% zu 49% ausgeht, bekommt der Gewinner 100% der Wahlmänner. 
  • Dies ist das sogennante "The-Winner-Takes-it-all"-Prinzip.

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