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Enstehung von Vorurteilen? - So funktioniert das Gehirn

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:07
Wer kennt das nicht: Oft ist es ein beliebiges Merkmal ...

Wer kennt das nicht: Oft ist es ein beliebiges Merkmal des Erscheinungsbildes, das man nicht mag - und schon ist das Urteil über eine bestimmte Person gefällt. Und dieser erste Eindruck ist in der Regel unwiderruflich. Schade eigentlich, denn fast jeder hätte in der Tat eine zweite Chance verdient. Auch kann das Outfit eines Menschen, die Frisur, der soziale Status oder die Zahl der Kinder mitunter entscheidend sein, welches Urteil durch andere Personen in dessen sozialem Umfeld über ihn gefällt wird. Dabei gelten wir Menschen an sich doch als ungemein intelligent, als fähig, in komplexester Form zu denken und die Dinge - gleich, welcher Art - eingehend in Augenschein zu nehmen. Und dann soll es tatsächlich damit getan sein, über das "Wohl und Wehe" einer Person zu entscheiden, und zwar innerhalb eines Sekundenbruchteils? Ist das fair? Wohl kaum. Aber ein Signal unseres Gehirns. Und gerade das ist höchst facettenreich in seiner Funktionsweise...

Bitte beachten

  • Die Eigenschaft von uns Menschen rasch Vorurteile zu hegen, ist in gewisser Weise ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten: aus der Steinzeit.
  • Somit darf man mit Fug und Recht behaupten, dass das Hegen von Vorurteilen in gewisser Weise einem evolutionären Entwicklungsprozess unterliegt.
  • Wissenswert dabei ist, dass die Steinzeitmenschen zwar durchaus gewitzt waren und sich in den unterschiedlichsten Lebenssituationen sehr wohl zu helfen wussten.
  • Aber nichtsdestotrotz fielen sie doch immer wieder Angriffen anderer Stämme oder gar von Tieren zum Opfer.
  • Grund genug in jedem Fall für sie, im Laufe der Zeit ihren inneren (Schutz-)Instinkt nahezu stetig zu fördern, um in der Lage zu sein, sich noch effizienter gegen negative äußere Einflüsse zu schützen.

Vorurteile als chemische Prozesse

  • Wenn "die Chemie zwischen zwei Menschen nicht stimmt", so ist dies keineswegs nur eine Redewendung.
  • Sondern Fakt ist, dass jede Aktion bzw. Reaktion (auch) zwischen zwei Personen stets auf Chemie beruht.
  • Zwar nicht im klassischen, schulischen Sinne sondern bekanntermaßen senden wir stets bestimmte (chemische) Botenstoffe aus, die das Gegenüber, jeweils - in der Regel völlig unbewusst - empfängt.
  • So ist - um allzu schnelle - Vorurteile bestimmten Menschen gegenüber zu vermeiden, vor allem eines von grundlegender Relevanz: Toleranz, bzw. der Wille, dem Gegenüber auch noch eine "zweite Chance" zu geben!

Hintergrundinformationen

  • Je besser der Schutzmechanismus funktioniert, desto sicherer dürfen wir uns fühlen.
  • Ähnlich wie in der Steinzeit arbeitet unser Gehirn - unter anderem auch in diesem Zusammenhang - selbst heute noch.
  • So werden fremde Menschen oft grundsätzlich erst einmal als "gefährlich" eingestuft.
  • Und so eruiert unser Gehirn nahezu automatisch etwaige negative Dinge.
  • Sei es in dem Gesicht des Gegenübers, in der Gestik, der Mimik oder gar in der Kleidung.
  • Alles in allem also eine durchaus sinnvolle Einrichtung von Mutter Natur.
  • Wohl wissend um diese Eigenschaft, sollte es dem modernen Menschen von heute aber in gewissen Situationen auch möglich sein, verstärkt den Verstand einzuschalten und nicht (immer) zuerst auf den Instinkt zu hören.

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