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EPO-Doping: Folgen und Gefahren

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:35
Beim sogenannten Blutdoping werden den Sportlern Bluttransfusionen verabreicht, die mit einer erhöhten Konzentration des Hormons Erythropoetin, kurz EPO...

Beim sogenannten Blutdoping werden den Sportlern Bluttransfusionen verabreicht, die mit einer erhöhten Konzentration des Hormons Erythropoetin, kurz EPO, versetzt sind. Das Hormon bewirkt eine erhöhte Aufnahme an Sauerstoff und eine verbesserte Transportgeschwindigkeit des Sauerstoffs im Blut. Dadurch wird die Ausdauer eines Sportlers gesteigert und er kann sich einen Vorteil anderen Mitstreitern gegenüber verschaffen. Allerdings ist das Doping mit EPO nicht legal und hat auch körperliche Folgen und Gefahren.

Fact Box

  • EPO lässt sich auch nach zwei Tagen noch im Urin und bis zu sechs Wochen nach einer Transfusion im Blut nachweisen.
  • Bereits geringe Mengen sind dank verbesserter Methoden nachweisbar.
  • Blutdoping wird bereits seit den 1970er Jahren zur Leistungssteigerung angewendet.
  • Seit 1998 steht das Blutdoping auf der Liste der verbotenen Methoden zur Leistungssteigerungen sowohl vom IOC (internationalen Olympischen Komitee) als auch vom WADA (World Anti-Doping Agency) 

Gefahren der Transfusion:

  • Erythropoetin ist ein natürliches Hormon, das im Körper in kleinen Mengen produziert wird und für die Sauerstoffanreicherung des Blutes zuständig ist. Wenn das EPO allerdings über längere Zeit in hohen Konzentrationen künstlich zugeführt wird, dann verdickt sich das Blut. 
  • Dadurch steigt das Risiko, dass sich Blutplättchen „verklumpen“ und eine Thrombose, also ein Blutgerinnsel in einer Vene gebildet wird. Durch die Thrombose kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen, wodurch es zu einer Sauerstoffunterversorgung in den Gliedmaßen, dem Gehirn oder auch im Herzen selbst führen kann – abhängig davon, wo eine Thrombose auftritt. 
  • Im schlimmsten Fall bildet sich aus einem durch das Doping verursachte Blutgerinnsel eine Embolie, bei der ein Blutgefäß völlig verstopft wird, was zum Absterben von Gliedmaßen oder auch zum Tod führen kann. 
  • Weiterhin besteht die Gefahr, dass durch die Einnahme von EPO zu viele Blutplättchen platzen, wodurch es zu einem Blutmangel kommen kann. Damit verbunden sind oft Schwindelgefühle und abdominale Schmerzen, aber auch Einblutungen und in einigen Fällen auch psychosomatisch bedingte Angstzustände. Aber auch durch das unsaubere Anlegen einer Transfusion können Krankheiten wie beispielsweise eine Sepsis, also eine Blutvergiftung auftreten.

Folgen für den Sportler:

  • Grundsätzlich werden alle Sportler, die an einem Wettkampf teilnehmen, auf die Einnahme illegaler leistungssteigernder Mittel überprüft. Bei Verdacht auf EPO wird ein mehrstufiges Verfahren angewendet, um die erhöhte Konzentration des Erythropoetin nachzuweisen. 
  • Wird ein Sportler als positiv befunden, hat das für ihn Konsequenzen. Zunächst werden ihm die eventuell gewonnen Preise und Titel aberkannt. Darüber hinaus wird er für einen gewissen Zeitraum, der von einem Komitee entschieden wird, für den Wettkampfsport gesperrt und darf in dieser Zeit an keinen Turnieren oder sonstigen Wettkämpfen teilnehmen. 
  • Aber auch körperlich kann das Doping mit EPO Folgen nach sich ziehen. Wie bereits erwähnt besteht ein erhöhtes Risiko von Thrombosen oder einer Embolie. Manchmal wird so eine Bildung eines Gerinnsels von den Sportlern einfach nicht wahrgenommen, was dazu führen kann, dass es beispielsweise zu einem Schlaganfall, einem Herzinfarkt oder zu einer Unterversorgung einzelner Körperteile kommen kann, welche dann absterben können. 
  • Die Folge wäre eine Lähmung oder der Tod. Durch Transfusionen mit verunreinigtem Blut kann es außerdem zu einer Übertragung schwerwiegender Krankheiten wie HIV oder Hepatitis kommen, die zwar gut behandelbar, aber nicht heilbar sind und das Leben eines Sportlers erheblich verkürzen.

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