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Faire Produkte erkennen? - Hinweise

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:25
Sozialverantwortung gehört heute zum Geschäft - so sollte es zumindest sein.

Essen, Trinken und modische Accessoires wie Schmuck oder Kleidung und sogar die schönsten Blumen - Wir beziehen zig Produkte, deren Herkunftsländer unterschiedlicher nicht sein könnten. Was für uns den Handel ausmacht, ist für andere harte Arbeit und die einzige Möglichkeit den Lebensunterhalt zu finanzieren. Der faire Handel ist in unserem Zeitalter ein besonders beachtenswertes Themenspektrum, dass teils kritisch als auch vertrauenswürdig angesehen werden sollte. Sozialverantwortung gehört mittlerweile zum Geschäft. Worauf gilt es zu achten, um faire Produkte mit gutem Gewissen käuflich zu erwerben?

  • Vorab ist es aber wichtig zu verstehen, dass der sogenannte faire Handel Menschen anderer Kulturen und Ländern zwar finanziell unter die Arme greift, diese dadurch aber keineswegs Reichtum erlangen werden.
  • Oft wird das Prinzip des "Fair-Trades" sogar als eine Art "Almosen" bezeichnet.
  • Der genaue Grund dafür sind die Bedingungen, unter denen die Arbeiter für uns wichtige und vor allem attraktive Güter produzieren. Oftmals wissen diese noch nicht einmal etwas davon, dass der Betrieb für den sie arbeiten nach dem Prinzip des fairen Handels wirtschaftet.
  • Manche Pseudo-Fair-Trade-Firmen gaukeln ihren Arbeitern diverse Prämien vor, welche diese aber mit Sicherheit niemals erhalten werden. Das Traurige: Hier in Deutschland verkaufen genau diese Firmen deren Produkte dennoch für "faire" Preise.
  • Aber natürlich gibt es auch Konzerne, die den Vorstellungen des fairen Handels folgen:
  • Beispielsweise bekommen Arbeiter bzw. Kleinbauern in Costa Rica immerhin einen gesetzlichen Mindestlohn unter geregelten (!) Arbeitszeiten - Pausen sind hierbei natürlich inbegriffen. Darüber hinaus versprechen die Firmen ihren Arbeitern spezielle Belohnungen wie zum Beispiel Förderungen für Freizeitaktivitäten. Das sind dann beispielsweise Fußbälle, frische Trikots oder neue Schuhe, um ohne Einschränkungen Fußball spielen zu können. Eine weitere Prämie wäre zum Beispiel, dass die Kinder solcher Arbeiterfamilien die Möglichkeit auf einen Schulbesuch bekommen und somit die Chance haben, sich eine bessere Zukunft aufzubauen.
  • Leider verbergen sich hinter dem Konzept des fairen Handels auch grausame Schattenseiten: Die Pseudo-Firmen, die oben bereits erwähnt wurden, brauchen billige Arbeitskräfte, soviel ist klar. Um diese zu bekommen schrecken diese Konzerne nicht einmal vor menschenrechtsverletztenden Taten, wie Diskriminierung oder Verfolgung zurück. Arbeitsverträge sind für diese Art von Firmen ebenfalls ein Fremdwort - Arbeiter werden sozusagen in ein Arbeitsverhältnis ohne jegliche Rechte gedrängt aus dem es dann wiederum schwer ist zu "entfliehen".

Mehr zu fairen Produkten

Hinweise

  • So erkennen wir faire Produkte:
  1. Wollen wir uns bei unserem nächsten Einkauf sozial engagieren, also fair gehandelte Produkte erwerben, so ist es erstmal ratsam auf diverse Siegel zu achten. Diese sollen garantieren, dass jene Produkte und Lebensmittel unter fairen Bedingungen produziert wurden. Die Zentrale für "Fair-Trade" ist dafür zuständig die Produkte mit Siegel zu kontrollieren, zu bewerben und diese vertrauenswürdig in den Markt zum Verkauf zu bringen.
  2. Als vertrauenswürdige Siegel werden das Fair-Trade Logo, UTZ, Starbucks (allerdings bezahlt Starbucks nur jeden zehnten Sack Kaffee mit fairen Preisen an die Arbeiter), Bio Latina sowie Transfair (für weitere Infos: www.transfair.org) eingeschätzt.
  3. Produkte, die eines dieser geprüften Siegel hervorweisen, können im Grunde bedenklos von uns Kunden konsumiert werden.
  4. Eine weitere Möglichkeit wäre es, diverse Geschäfte mit fester ethischer Einstellung zu besuchen. Ein paar Anregungen sind ebenfalls auf Transfair.org aufgeführt. Darüber hinaus sind auf dieser Internetseite auch diverse Floristen, Restaurants sowie Confiserien zu finden.
  5. Als weitere Hilfestellung, um dem Thema fairer Handel näher zu kommen, empfehlen wir das Buch von Kathrin Hartmann mit dem Titel "Ende der Märchenstunde".

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