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Farben von Diamanten - Ein Überblick

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:27
Die Welt der Diamanten ist faszinierend. Sie sind Gegenstand von unzähligen Mythen und Verschwörungen.

Die Welt der Diamanten ist faszinierend. Sie sind Gegenstand von unzähligen Mythen und Verschwörungen. Eines der wichtigsten Merkmale neben der Größe oder des Gewichts ist die Farbe des Diamanten. Aber wie kommt Farbe in den härtesten Stein der Welt?

Überblick und Entstehung

  • Um die Farbgebung von Diamanten zu verstehen muss man wissen, dass Farbe von Licht abhängig ist. Jeder kennt das Regenbogenspektrum. Licht ist in der Lage, bestimmte Elektronen innerhalb des Steines zu verändern, aber nur, wenn bestimmte "Defekte" oder Verunreinigungen vorliegen, wie zum Beispiel ein im Stein eingeschlossenes Bor-Atom. Licht absorbiert dann bestimmte Farben, abhängig der Wellenlängen, und in unserem Beispiel ist das Resultat ein blauer Diamant. Das Bor-Atom lässt also alle Farben des sichtbaren Spektrums verschwinden, absorbiert diese, außer blau. Wäre es nicht Bor, sondern ein Stickstoff-Atom, würde es den Stein gelb erscheinen lassen. Weitere Gründe für die Farbigkeit ist ein Defekt in der Struktur oder auch Fluoreszenz. Verunreinigungen sind die häufigste Ursache, oft liegen aber mehrere Gründe in einem Stein vor.
  • Wer aber bestimmt die Farbe und was sagt die Farbe über den Wert des Diamanten aus? Tatsächlich sind rund 75 Prozent aller gefundenen Steine aufgrund ihrer unansehnlichen Farbe oder mangelnden Transparenz nicht für die Schmuckindustrie geeignet. Findet sich ein farbiger Stein, wird nach einem streng festgelegten Verfahren geprüft und eingeordnet. Die reinsten Steine haben die Bezeichnung D, E, und F. Sie sind perfekt weiß und farblos. Oft dienen solche Edelsteine als Referenz bei der Beurteilung. Die Skala unterscheidet danach noch zwischen leicht und stärker getönten Steinen. Diese Tönungen sind mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Als farbig gilt ein Edelstein erst, wenn er als "fancy" am unteren Ende der Skala bezeichnet wird. Auch dort gibt es diverse Einstufungen, je nach Ton und Sättigung der Farbe. Eine ausführliche Tabelle und alle Stufen findest du HIER.
  • Aber welche Farben genau kann ein Diamant überhaupt annehmen? Braun ist die am häufigsten vorkommende Farbe bei Diamanten. Die Bezeichnungen reichen von Champagner bis Cognac und ist besonders bei Herrenschmuck sehr beliebt. Gelbe Diamanten nennt man "Cape", benannt nach einer Provinz in Südafrika, wo sie Ende des 19. Jahrhunderts sehr oft gefunden wurden. Gelb ist die zweithäufigste Farbe die ein Diamant annehmen kann. Wesentlich seltener sind grüne Steine. Gefunden werden sie öfter, aber beim Schleifen verliert sich die Farbe oft. Einer der berühmtesten Edelsteine der Welt ist ein blauer Diamant: der Hope-Diamant. Er befand sich im Besitz von König Louis XIV. von Frankreich und ist heute im Besitz des Smithsonian Institute. Eine der beliebtesten Steinfarben ist pink oder rot. Sie treten häufiger auf als die verwandte, aber sehr seltene Farbe Purpur. Auch Lila ist erst seit kurzem überhaupt in der Klassifizierung und sehr selten. Schwarze Diamanten sind seit einigen Jahren ein Trend. Sie entstehen durch sehr viele Einschlüsse auf der Steinoberfläche und sind dadurch sehr schwer zu schleifen. Die aber seltenste Farbe soll das reine, pure Orange sein. Sie sind so rar, dass bei Edelsteinhändlern aus ganzer Welt Käuferlisten bestehen, sollte ein solcher rein orange-farbener Diamant gefunden werden.

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