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Gentrifizierung - Was ist das?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
Gentrifizierung ist ein Begriff aus der Soziologie.
Er bezeichnet eine Veränderung in der sozialen Struktur von Wohnvierteln in Großstädten. Bei dem Vorgang, der auch Gentrifikation genannt wird, werden Bevölkerungsgruppen mit niedrigem Einkommen aus ursprünglich preisgünstigen Wohnvierteln verdrängt. Dies geschieht zum einen durch Zuzug von Bewohnern mit höherem Einkommen. Zum anderen durch eine Wertsteigerung der betroffenen Immobilien. Das Phänomen, das bereits seit der Antike bekannt ist, ist auch in der modernen Stadtentwicklung noch aktuell.

  • Die zuerst in Großbritannien gebrauchte Bezeichnung gentrification leitet sich aus dem englischen Wort für niederen Adel (gentry) ab und wurde ursprünglich für Umzug adliger Familien von den Stadträndern zurück in die Stadtzentren im 18. Jahrhundert gebraucht.

 

Typischer Ablauf des Gentrifikationsprozesses

  1. Einzelne Stadtteile werden durch günstige Mieten in oft zentrumsnaher Lage attraktiv. Dadurch ziehen vorerst bestimmte Bevölkerungsgruppen wie Künstler und Studenten zu und werten die Wohngegend durch kulturelle Aktivitäten auf.
  2. Der Stadtteil wird zum hippen Szeneviertel und damit zunehmend für Menschen mit höherem Einkommen interessant.
  3. Investoren sehen nun gute Chancen zur Wertsteigerung der Häuser und kaufen diese auf.
  4. Durch Restaurations- und Modernisierungsmaßnahmen an den Gebäuden und aufgrund der größeren Nachfrage steigen die Mietpreise.
  5. Die alteingesessenen Bevölkerungsteile mit niedrigem Einkommen können sich die Mieten nicht mehr leisten und wandern ab.
  6. Die soziale Struktur und der ehemalige Charakter der Gegend verändern sich grundlegend.
  7. Die Menschen, die jetzt im Stadtviertel leben, unterscheiden sich in Einkommen und sozialem Status stark von den ursprünglichen Bewohnern.

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