Foto: Shutterstock.com

Geschichte des Bankgeheimnisses - Ein Überblick

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:21
Das Bankgeheimnis verbietet Banken und Kreditinstituten...

Das Bankgeheimnis verbietet Banken und Kreditinstituten, kundenbezogenen Informationen und Daten an Dritte herauszugeben. Banken haben also eine Verschwiegenheitspflicht, die Privatsphäre ihrer Kunden schützen soll. Die Geschichte des Bankgeheimnisses begann schon vor Jahrhunderten – daher hier ein Überblick.

Historie in Deutschland und der Schweiz

Die Geschichte des Bankgeheimnisses in Deutschland

  • In Deutschland ist das Bankgeheimnis bereits seit 1619 bekannt und wurde seitdem zunächst über Jahrhunderte gewohnheitsmäßig angewendet. Es handelte sich hierbei um ein vorkonstitutionelles Gewohnheitsrecht. Die Geschichte des Bankgeheimnisses ist also schon sehr lang.
  • In mehreren Gesetzen wie dem Steuerrecht sind die rechtlichen Grundlagen zum Bankgeheimnis festgehalten. 
  • Seit dem 1. April 2004 gelten neue Regelungen in der Abgabenordnung und ein Gesetz zur Steuerehrlichkeit. Diese gesetzlichen Regelungen ermöglichten mehr staatliche Befugnisse und schwächten damit das Bankgeheimnis.
  • 2008 wurde in Deutschland der Zinsabschlag gelockert, was ebenfalls zu Lockerungen des Bankgeheimnisses führte.

Die Geschichte des Bankgeheimnisses in der Schweiz

  • Das Schweizer Bankgeheimnis, das offiziell Schweizer Bankkundengeheimnis heißt, gilt als deutlich strenger als in anderen Ländern. In der Schweiz ist das Bankgeheimnis ein Berufsgeheimnis, dem nicht nur Bankangestellte, sondern alle Organe und Beauftragen der Banken verpflichtet sind.
  • Auch in der Schweiz wurde das Bankgeheimnis über Jahrhunderte gewohnheitsmäßig angewendet, bevor es 1934 gesetzlich festgelegt wurde. Die Geschichte des Bankgeheimnisses in der Schweiz ist also ebenfalls sehr lang. Ein Grund für die staatliche Festlegung waren auch die staatlichen Entwicklungen in Deutschland durch die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. 
  • 1999 wurden nach diversen kriminellen Finanzskandalen die Schweizer Gesetze verschärft. Seit dem 1. Januar 2009 haben die Schweizer Banken kein Recht mehr auf ein Bankengeheimnis gegenüber der eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA.
  • Zum Teil müssen die Schweizer Banken also im eigenen Land Kundendaten offenlegen. Gegenüber anderen Staaten wie Deutschland oder den USA kommt es jedoch immer wieder zu Diskussionen über die Offenlegung von Kundendaten ausländischer Kontoinhaber.

Kommentare