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Gleichberechtigung der Frau – Die wichtigsten Meilensteine im 20. Jahrhundert?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:18
Es ist aber gerade mal gut 100 Jahre her, dass Frauen der Beitritt zu einer Partei erlaubt wurde

Dass Frauen dieselben Rechte haben wie Männer, scheint uns heute selbstverständlich. Es ist aber gerade mal gut 100 Jahre her, dass Frauen der Beitritt zu einer Partei erlaubt wurde (im Jahr 1908).

Meilensteine im Kampf um Gleichberechtigung

target="_blank">1918 kam das Frauenwahlrecht

  • Die Gleichberechtigung der Frau hat gerade im 19. Jahrhundert große Fortschritte gemacht. Der größte Meilenstein in Deutschland: Im Jahr 1918 erhielten Frauen endlich das aktive und passive Wahlrecht. Diese Neuerung musste gegen Vorurteile von Männern, aber auch von Frauen durchgesetzt werden.
  • Dem weiblichen Geschlecht wurde bis dahin vielfach weniger Intelligenz zugeschrieben. Da Frauen Kinder bekommen können, schrieb man ihnen eine auf den häuslichen Bereich begrenzte Rolle zu und hielt das für ihre ursprüngliche Bestimmung.
  • Am 12. November 1918 schlug die Geburtstunde des Frauenwahlrechts in Deutschland: Frauen wurden durch den Aufruf des Rates der Volksbeauftragten an das Deutsche Volk als wahlberechtigt anerkannt. Ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichberechtigung der Frau!
  • Zwei Monate später, bei der Wahl der Deutschen Nationalversammlung konnten sie zum ersten Mal ihr Wahlrecht ausüben: Mehr als 80 Prozent der Bürgerinnen wählten, 37 Frauen zogen in das Gremium ein. 1906 hatte Finnland als erstes Land in Europa ein uneingeschränktes Frauenwahlrecht beschlossen.
  •  Fast 80 Jahre später war es dann auch in Liechtenstein soweit. Die Gleichberechtigung der Frau schreitet nicht gerade im Eiltempo voran ...

Nächster Meilenstein: das neue Grundgesetz

  • Als 1948 das neue Grundgesetz vom Parlamentarischen Rat erarbeitet wurde, wirkten dabei auch vier Frauen mit.
  • Die Juristin Elisabeth Selbert kämpfte dabei erfolgreich für die Formulierung „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in Artikel 3.

Mehr Rechte in der Ehe

  • 1957 überarbeitete der Bundestag Gesetze, die nicht mit dem Grundgesetz übereinstimmten und verabschiedete das Gesetz über die Gleichberechtigung auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts.
  • Er schaffte das Letztentscheidungsrecht des Ehemannes in Eheangelegenheiten ab, gesetzlicher Güterstand wurde die Zugewinngemeinschaft. Frauen konnten von da an, ihr in die Ehe mitgebrachtes Vermögen und ihre Einkünfte selbst verwalten.
  • Bis dahin durften Ehemänner Arbeitsverhältnisse ihrer Frauen kündigen, damit war nun Schluss.
  • Jedoch dauerte es noch zwanzig Jahre, bis Frauen auch ohne das Einverständnis ihres Mannes ein Arbeitsverhältnis eingehen durften.
  • Und der lange Weg bis hin zur tatsächlichen, realen Gleichberechtigung der Frau ist auch im 21. Jahrhundert noch nicht zu Ende.

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