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Grenze zwischen Israel und Palästina - Wieso?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:59
Die Grenze zwischen Israel und Palästina ist eines der heikelsten Themen der aktuellen Weltpolitik.
Die israelische Siedlungspolitik ist dabei sehr unvorteilhaft und verletzt viele Menschenrechte der Palästinenser. Diese Situation wird dann als vermeidliches Alibi genutzt, damit islamistische Glaubensfanatiker den Staat Israel angreifen können. Sie sprechen ihm ganz offen das Existenzrecht ab und beschwören somit aggressive und unnötige Kampfhandlungen herauf. Diese strukturellen Auseinandersetzungen muss man sich stets vor Augen halten, um die Problematik der Grenze zwischen Israel und Palästina zu verstehen.

Palästina - eine autonome Region

  1. Eine wirkliche "Grenze" im Sinne des Völkerrechts gibt es in zwischen Palästina und Israel nicht.
  2. Dies liegt an der einfachen Tatsache, dass Palästina kein Staat ist, sondern lediglich eine autonome Region.
  3. Es ist also quasi ein Land in einem anderen Staat, welches eine eigene Verwaltung besitzt und auch eigene Sicherheitskräfte.
  4. Die Autonomität der Region Palästina wurde im Jahre 1994 durch das Gaza-Jericho-Abkommen in Oslo besiegelt.
  5. Es wurde in Kairo von Israel und der PLO (Palästinensische Befreiungsorganisation) unterzeichnet und gilt in vielen Kreisen als Wegbereiter für einen palästinensischen Staat.


Die Sperranlage im Gazastreifen

  1. Nach dem sogenannten Palästinakrieg, der von Palästina und einigen arabischen Staaten ausging, konnte Israel sein Territorium im Zuge des Waffenstillstandsabkommens von 1949 ausweiten.
  2. An der im Abkommen vereinbarten Grenze verläuft heute die Sperranlage um den Gazastreifen.
  3. Sie besteht hauptsächlich aus langen Zäunen mit Sensoren und Pufferzonen und ist insgesamt 52 Kilometer lang.
  4. Auf der palästinensischen Seite des Zaunes beansprucht Israel zusätzlich noch eine ca. 300 Meter lange Sicherheitszone, die nicht betreten werden darf.
  5. Dadurch will Israel mögliche Angreifer früh erkennen können, um schnelle Abwehrmaßnahmen einzuleiten.


Die Sperranlage im Westjordanland

  1. Die Sperranlage im Westjordanland ist wesentlich größer als die Sperranlage im Gazastreifen und ist 759 Kilometer lang.
  2. Diese Anlage besteht auch nicht nur aus Zäunen, sondern auch aus hohen Mauern und schwer bewaffneten Grenzposten.
  3. Errichtet wurde die Sperranlage allerdings erst nach dem Grenzzaun am Gazastreifen. Durch den Bau schaffte es die israelische Regierung die Selbstmordattentate stark zu reduzieren.
  4. Jedoch steht diese Sperranlage auch häufig unter Kritik. Sie verläuft nämlich teilweise weit hinter der, im Waffenstillstandsvertrag vereinbarten Grenze und wird im Zuge der israelischen Siedlungspolitik teilweise auch noch ausgeweitet.

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