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Historische Entwicklung der Psychologie als Wissenschaftsdisziplin

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
"Die Psychologie hat eine lange Vergangenheit, doch nur eine kurze Geschichte", so ein Zitat von Hermann Ebbinghaus aus dem Jahre 1908 über die Psychologie

"Die Psychologie hat eine lange Vergangenheit, doch nur eine kurze Geschichte", so ein Zitat von Hermann Ebbinghaus aus dem Jahre 1908 über die Psychologie als Wissenschaftsdisziplin. Als empirische Wissenschaft beschäftigt sich die Psychologie mit dem Verhalten und Erleben des Menschen im Zuge seiner Entwicklung. Hauptsächliche Grundzüge stammen aus dem philosophischen Bereich. Historisch betrachtet entwickelte sich die Psychologie als Wissenschaftsdisziplin auf Umwegen, führte aber letztendlich zu entscheidenden Erkenntnissen.

Begründer und Erkenntnisforscher

  • Bereits zwischen 469-322 v.Chr. stützten sich Platon, sein Schüler Sokrates und Aristoteles auf logische Prinzipien in der Seelenforschung. Allerdings mit unterschiedlichen Ansichten.
  • Bei Platon und Sokrates war die Annahme vorherrschend, dass die Seelenherrschaft angeboren ist und nach dem Tod weiter besteht. Aristoteles begründete im Gegenzug, dass Wissen nicht angeboren ist, sondern auf Erfahrungen beruht, welche im Gedächtnis gespeichert werden.
  • Er gilt als Begründer der modernen Wissenschaft.
  • Rene Descartes (1596-1650), ein Philosoph und Wissenschaftler lehrte in die Richtung von Sokrates und Platon und vertrat die Ansicht, "Leib-Seele-Dualismus".
  • Erst im 17. Jahrhundert erklärte John Locke (1632-1704), Politiker und Philosoph, dass der Geist bei Geburt ein unbeschriebenes Blatt (Tabula rasa) ist. Die Seele lebt mit Erfahrung. Zusammengefügt mit Erkenntnissen von Francis Bacon (1561-1626), erklärte sich hier der moderne Empirismus. Die Psychologie als Wissenschaftsdisziplin erfuhr ihre Sternstunde und eröffnete Grundlagen, die darauf beruhten, das Wissen auf Erfahrung zurückgeht. Die Wissenschaft beruht auf Beobachtung und Experiment.

 

18. Jahrhundert, der Beginn der wissenschaftlichen Psychologie

Im 18. Jahrhundert erlebte die Psychologie im Rahmen der Assoziation einen Aufschwung. Es war gleichzeitig das Ende des Universalgelehrtentums. Hegel gilt als letzter Enzyklopädiker. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurden Natur und Geisteswissenschaften getrennt behandelt. Die Philosophie gerät in die Betrachtung einer Einzelwissenschaft. Große Erfolge konnten durch die Einflüsse von Physik, Biologie und Chemie verzeichnet werden. Mit der Entstehung von psychologischen Schulen zu Beginn des 20.Jahrhunderts erlebt die Psychologie als Wissenschaftsdisziplin eine neue Ära und festigt sich.

Inhalte und Strömungen, welche bis heute Bestand haben:

  • Behaviorismus
  • Tiefenpsychologie nach Sigmund Freud
  • Kognitivismus
  • kritische Psychologie

Inhalte:

  • Strukturalismus
  • Funktionalismus
  • Assoziationismus
  • Gestaltpsychologie

 

Gefolgt von der humanistischen Psychologie

  • Mit Hilfe von Informationstheorie, Kybernetik und Datenverarbeitung konnte die alte Bewusstseinspsychologie abgelöst werden und eine kognitive Wende erfolgen.
  • Die Psychologie polarisierte sich im Bereich des Rationalismus und Subjektivismus.

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