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Historische Religionen - Welche gibt es?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Religionen begleiten den Menschen, seit dieser zu einem vom Blitz entzündeten Baum blickte und „Warum?“ dachte.

Religionen begleiten den Menschen, seit dieser zu einem vom Blitz entzündeten Baum blickte und „Warum?“ dachte. Die Fähigkeit, Fragen zu stellen, führt zu der Notwendigkeit von Antworten. Wenn ein urzeitlicher Jäger zwei Steine der richtigen Sorte auf die richtige Weise geduldig zusammenschlug, dann bekam er irgendwann Funken und entzündete mit etwas Glück ein Lagerfeuer. Wenn ein Blitz vom Himmel fuhr und den ganzen Wald ansteckte - wer hatte dann die richtigen Steine zusammengeschlagen? Die Antworten auf solche Fragen führten zu den ersten historischen Religionen.

Wusstest Du

  • dass sich das heutige Theater aus Kultveranstaltungen zu Ehren des griechischen Gottes Dionysos entwickelt hat,
  • die Azteken sich mit ihren Nachbarn zu Blumenkriegen verabredeten, um Gefangene zur Opferung für den Sonnengott Huitzilopochtli zu machen,
  • der germanische Göttervater Odin als alter Wanderer mit spitzem Hut, Stab und langem Bart unter Menschen wandeln soll - und damit die Blaupause für den Zauberer der Fantasy-Literatur darstellt?

Schritt-für-Schritt Anleitung

Naturreligionen

  • Die ältesten der historischen Religionen waren animistischer Prägung. Der Animismus geht von einer grundsätzlich belebten Natur aus. Die Welt ist unterteilt in den sichtbaren, veränderlichen Teil und eine damit verbundene Geistwelt. 
  • Diese beherbergt zahlreiche Geistwesen, die auf die materielle Welt einwirken. Für die Jäger- und Sammlerkulturen und vorzivilisatorischen Siedler, deren Leben maßgeblich von Naturgewalten, Krankheiten und Stammeskriegen geprägt war, boten die Geschehnisse in der Geistwelt und die Taten ihrer Bewohner einerseits Erklärung - andererseits die Kompensation des Ohnmachtgefühls: Wenn Geister für Krankheit, Jagderfolg und Unwetter verantwortlich waren, konnte man versuchen, sie gewogen zu stimmen. 

Historische Religionen der Antike

  • Vermutlich aus den Geistern der Naturreligionen entwickelten sich die Götter der ersten Zivilisationen. Hier geschahen Naturereignisse nicht mehr aufgrund der belebten Welt, sondern rückten in den Verantwortungsbereich spezialisierter Götter. So war der germanische Gott Thor/Donar fürs Wetter zuständig, die griechische Göttin Aphrodite für die Liebe (ursprünglich: Wachstum), der ägyptische Osiris für Mond, Magie, Wissenschaften und der aztekische Huitzilopochtli ließ jeden Morgen die Sonne aufgehen - solange man ihm täglich Menschen opferte. 
  • Da das Leben in jenen Kulturen nicht mehr ausschließlich täglicher Überlebenskampf war, veränderten sich auch die historischen Religionen entsprechend: Wissenschaft, Kunst und Genuss gewannen an Bedeutung, Götter zogen von Quellen und Bäumen in wohnlichere Paläste und glichen sich den Menschen und ihren Problemen an.

Einflussreiche historische Religionen

  • Viele historische Religionen wirken, vor allem in Kunst und Kultur, bis heute weiter. Zu den bekanntesten zählen:
  • die griechische Religion um die Göttersippe auf dem Olymp,
  • die germanische Religion, nach deren Göttern Wochentage benannt sind (Tyr -> Dienstag; Thor/Donar -> Donnerstag; Frija/Frigg -> Freitag)
  • die altägyptische Religion, deren hochentwickelte Totenkulte zu der architektonischen Meisterleistung der Pyramiden führten, der Brahmanismus, aus dem Hinduismus und Buddhismus hervorgegangen sind.

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