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Historischer Ursprung des Christkindes? - Eine Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:11
Durch den Einfluss amerikanischer Filme und TV-Sendungen legt heute auch bereits...

Durch den Einfluss amerikanischer Filme und TV-Sendungen legt heute auch bereits im deutschsprachigen Raum der Weihnachtsmann die Geschenke unter den Baum. Dabei verdrängt er immer mehr unser blond gelocktes Engelchen, liebevoll Christkind genannt. Gruppen haben sich gebildet, die zur Rettung des Christkindes, als einzig wahre Tradition, aufrufen. Doch brachte uns das heilige Jesuskind schon immer die Geschenke?

Historischer Hintergrund

  1. Heute glauben die meisten, dass das Christkind seinen Ursprung im katholischen Glauben hat. Tatsächlich verdanken wir es aber den Protestanten. Eigentlich ist „unser“ Christkind eine Erfindung Martin Luthers. Vorher galt der heilige Nikolaus als Gabenbringer und kam am 6. Dezember oder auch am 28. Dezember.
  2. Da die Anhänger der reformierten Kirche aber keinen katholischen Heiligen verehren wollten, führte Luther wohl im 16. Jahrhundert einen neuen Brauch ein. Er wählte den 25. Dezember als Tag der Bescherung und ließ fortan den „Heiligen Christ“ die Gaben bringen.
  3. Im Laufe der Zeit begannen die evangelischen Gläubigen, die Bezeichnung Christkind zu verwenden. Dadurch geriet beinahe in Vergessenheit, dass Luther ursprünglich Jesus Christus im Sinn hatte und die Vorstellung eines lieblichen Engels begann sich zu etablieren und hielt sich bis heute. Diese Vorstellung kam wahrscheinlich durch die Krippenspiele zustande, bei denen Jesus von einem Kind dargestellt wurde, das eine Engelsschar anführte.
  4. Auch die Katholiken begannen nach und nach, das Christkind als Symbol für Weihnachten zu akzeptieren und es wurde zu einem Charakteristikum des europäischen Katholizismus. Der Nikolaus kommt zwar heute noch am 6. Dezember zu den Katholiken, ist aber nur noch ein Vorbote für das eigentliche Weihnachtsfest.
  5. Seit die US-amerikanische Kultur immer stärkeren Einfluss auf Europa ausübt, wird das Christkind langsam vom Weihnachtsmann verdrängt. Das begann kurioserweise mit einer Werbung. Eine große, bekannte Getränkefirma wählte den Weihnachtsmann als ihre Werbefigur und stellte ihn rot gekleidet und mit Zipfelmütze dar. Diese Darstellung prägt bis heute das Bild des Weihnachtsmannes und machte ihn weltweit bekannt.
  6. Gleichzeitig schließt sich hier ein Kreis, denn der englische Name des Weihnachtsmannes lautet Santa Claus. Übersetzt man den Namen, wird deutlich, dass es sich um niemand geringeren handelt, als den heiligen Nikolaus. So tritt er erneut in Konkurrenz mit unserem bereits lieb gewonnenen Christkind.

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