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Hugo Grotius - Philosophie

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Der niederländische Philosoph und Rechtsgelehrte Hugo Grotius lebte in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts und gilt wegen seiner grundlegenden

Der niederländische Philosoph und Rechtsgelehrte Hugo Grotius lebte in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts und gilt wegen seiner grundlegenden Arbeiten zum Völker- und Naturrecht als Begründer dieser Rechtsgebiete und als Wegbereiter des Menschenrechtsgedankens.

Leben und Lehre

Hugo Grotius' Leben

  • Grotius wurde am 10. April 1583 in Delft in den Niederlanden geboren. Er galt als Wunderkind und durfte bereits als Elfjähriger die Universität Leiden besuchen.
  • Nach seinem Studium wurde er Stadtsyndikus von Rotterdam.
  • Er ergriff im Konflikt zwischen den Vereinigten Niederlanden und dem Statthalter Moritz von Oranien Partei für die Niederländischen Generalstaaten, weshalb er 1619 zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde.
  • Die Flucht aus dem Gefängnis gelang ihm im Jahr 1621 auf abenteuerliche Weise in einer präparierten Bücherkiste.
  • Anschließend lebte er als Schriftsteller an verschiedenen Orten, bis er 1634 in den Dienst des schwedischen Hofes genommen wurde.
  • Hugo Grotius starb am 28. August 1645, nachdem er auf einer Schiffsreise vor Rostock Schiffbruch erlitten hatte.

 

Hugo Grotius' Werk

Grotius' Schaffen ist vor allem geprägt durch die beiden rechtsphilosophischen Werke Mare liberum ("Das freie Meer") und De Jure Belli et Pacis ("Vom Recht des Krieges und des Friedens").
Das erste Werk behandelt das Seerecht zwischen den Völkern und wirft den Grundgedanken eines freien Meeres auf, dass als internationales Gewässer dem Handel aller Nationen zur Verfügung stehen solle. Dieser heute selbstverständliche Gedanke war damals geradezu revolutionär und erzürnte vor allem die großen Seefahrernationen England, Spanien und Portugal.
Das Recht des Krieges und des Friedens hingegen gilt als ein wegweisendes Werk für das moderne Völkerrecht sowohl in Kriegs- als auch in Friedenszeiten. Da Grotius sich hier allerdings nicht nur auf das Völkerrecht beschränkt, sondern auch Grundsätze für Individuen formuliert, gilt das Werk ebenso als grundlegend für die heutigen Menschenrechte.

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