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Internationaler Tag der Arbeiterbewegung – Historische Hintergründe

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:22
In Japan gibt es am 23.November den "Arbeitsdanktag" der aber mit dem Gedanken des 1.Mai nichts

Der 1.Mai ist als Tag der Arbeiterbewegung rund um den Globus in vielen Ländern ein Feiertag, er wird in ganz Europa (außer in einigen Teilen der Schweiz), aber auch in vielen Ländern Asiens, Südamerikas und Afrikas begangen. In den USA heißt der Feiertag Labor Day, aber er wird dort nicht am 1.Mai sondern Anfang September begangen. Die Chinesen und Inder haben wie wir den 1.Mai als gesetzlichen Feiertag. In Japan gibt es am 23.November den "Arbeitsdanktag" der aber mit dem Gedanken des 1.Mai nichts gemeinsam hat.

Historische Hintergründe

  • Die Geschichte beginnt im Jahr 1886 in den USA. Damals riefen verschiedene große Gewerkschaften zu einem Generalstreik am 1. Mai. auf. 
  • Mit ihm wollten sie ihre Forderung nach einem Acht-Stunden-Arbeitstag durchsetzen. Es kam zu Massenstreiks und riesigen Demonstrationen in den US-amerikanischen Industrieregionen, ganz besonders in Chicago, zu schweren Ausschreitungen und zu brutalen Attacken der Polizei gegen die Demonstranten. 
  • Bei einem Bombenanschlag und Schießereien auf beiden Seiten wurden über 200 Menschen verletzt und etwa 30 getötet. Einigen der Arbeiterführer wurde der Prozess gemacht und vier Todesurteile vollstreckt. 
  • Die sogenannte Haymarket-Affair" ging in die Geschichte ein. Auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale 1889 wurde in Erinnerung daran der 1.Mai zum Tag der Arbeiterbewegung ausgerufen und 1890 erstmals begangen. 
  • Heute kann man es sich fast nicht mehr vorstellen, welche Kämpfe es zu dieser Zeit gekostet hat, heute ganz selbstverständliche Rechte für die Arbeiter durchzusetzen. Damals war der 1. Mai ein Feiertag, der mit schweren Opfern bezahlt wurde.
  • Später erweiterten sich die Ziele des Tages der Arbeiterbewegung. Nach dem 2.Weltkrieg ging es zum Beispiel in Deutschland auch um Frieden und Freiheit, den Wiederaufbau des zerstörten Landes und um die Wiedervereinigung. 
  • In den Sechzigern beschäftigten die geplanten Notstandsgesetze und die steigende Arbeitslosigkeit die Maikundgebungen. In der damaligen DDR wurden aus den Maifeiern mehr und mehr Militärparaden.
  • Wenn heute für viele Menschen der 1. Mai nur noch ein sehr beliebter Feiertag ist, an dem Ausflüge unternommen und der Frühling genossen wird, ist er doch immer noch auch ein Kampftag für Gerechtigkeit und ein besseres Leben für die arbeitenden Menschen und ein Tag der Erinnerung an alle, die das erkämpft haben, was schon erreicht ist.

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