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Jean Bodin - Kurzporträt

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Jean Bodin (1529 – 1596) gilt als der erster französischer Staatstheoretiker und Polit-Philosoph von Rank und Namen
Er gilt als Begründer des modernen Souveränitätsbegriffes und war ein Fürsprecher des Absolutismus.

Der Begriff der "Souveränität" bei Bodin

Les six livres de la republica (Sechs Bücher vom Staat) (1576)

Jean Bodins wichtigstes Werk legte das Fundament für die Souveränitätslehre und baute sie systematisch aus. Er verstand den Staat als eine Regierung, bestehend aus mehreren Haushalten und der ihnen gemeinsamen Güter, mit souveräner Gewalt. Das Gemeinwesen sollte durch eine oberste Gewalt uneingeschränkt gelenkt werden, eine einzige Institution sollte Ausgangspunkt der gesamten Staatsgewalt sein. Sie hat die höchste Entscheidungsbefugnis im Staat und kann Recht auch gegen den Willen der Untertanen verbindlich durchsetzten, ohne sich selbst diesen Gesetzen unterwerfen zu müssen. Der souveräne Herrscher ist daher keiner irdischen Instanz gegenüber verantwortlich, sondern lediglich dem göttlichen Recht verpflichtet.

Laut Jean Bodin kann der Souverän dabei ein einzelner Mensch (Monarchie), einige wenige (Aristrokratie), aber auch alle Mitglieder eines Staates (Demokratie) sein. Für ihn ist dabei die richtig regierte Monarchie das Staatsideal, da sie die Harmonie des Universums und Gottes am vollkommensten abbilde.

Die Grundgedanken der Souveränitätslehre

  • Der souveräne Herrscher setzt allein durch seinen Willensakt Recht durch und muss sich nicht auf Tradition oder göttliche Ordnung berufen.
  • Der Souverän steht selbst über dem Gesetz. Er ist Quelle der immerwährenden und absoluten Herrschaft.
  • Das Volk hat daher gegen einen legitimen, souveränen Herrscher keinerlei Widerstandsrecht, da durch Absetzung des Souveräns gleichzeitig Recht und Staat zerstört werden würden.
  • Souverän kann eine Person sein (Monarchie), wenige (Aristokratie), aber auch alle Bürger eines Staates (Demokratie).
  • Die Monarchie ist dabei das Ideal, da sie die Gesetze der Natur und damit das göttliche Recht am Besten widerspiegelt.

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