Foto: Shutterstock.com / John Locke in Südengland.

John Locke: Der Vater des Liberalismus

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
John Locke lebte im 17. Jahrhundert in Südengland.

John Locke, geboren am 29. August 1632 in Südengland, gilt als Vater des Liberalismus. Er zählt zu den bedeutendsten neuzeitlichen Philosophen. 

Seine Philosophie beeinflusste unter anderem die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika. Auch das revolutionäre Frankreich wurde von seinen Ideen beeinflusst und damit auch indirekt die Verfassungen der meisten liberalen Staaten danach.
John Locke zählt gemeinsam mit Isaac Newton und David Hume zu den Hauptvertretern des britischen Empirismus 

Werke (Auswahl)

 

Two Treaties of Governement (Zwei Abhandlungen über die Regierung) (1688/89)

John Locke geht den Fragen „über Entstehung, Zweck und Institution eines Regierungssystems, die von freien Menschen als legitim anerkannt werden können“ nach. 
Er entwickelte dabei die Theorie des Gesellschaftsvertrages weiter. Seiner Ansicht nach sei eine Regierung nur dann legitim, wenn sie die Zustimmung der Regierten besitzt. „Freiheit, Gleichheit und Unverletzlichkeit von Mensch und Eigentum“ seien die höchsten Rechtsgüter. Die Hauptaufgabe einer Regierung sei es daher, diese Rechtsgüter zu schützen.

Epistola de tolerantia (Briefe über die Toleranz) (1689)

Hier beschäftigt sich Locke mit der Frage der Toleranz in Glaubenssachen. Die Sorge um das Seelenheil seiner Untergebenen sei nicht Aufgabe der Obrigkeit, da sie selbst nicht besser wissen könnte, welcher Weg dazu führe. Religion ist daher eine höchst private Angelegenheit, der Einzelne habe also das Recht seinen Glauben frei zu wählen. 
Er billigte damit den Religionen zu, ihre Praxis auszuüben ohne Verfolgung fürchten zu müssen, solange sie nicht den Staat gefährdeten. Interessanterweise nahm Locke Atheisten und Katholiken aus, da er sie für nicht vertrauenswürdig hielt. 

An Essay Concerning Humane Understanding (Ein Versuch über den menschlichen Verstand) (1690)

Dieses Buch wurde zu einem klassischen Titel der empiristischen Erkenntnistheorie. 
Die Grundlegende Idee war, dass entgegen der damaligen vorherrschenden Meinung, den Menschen die natürlichen Gesetze nicht eingeschrieben seien. Vielmehr sei das Bewusstsein eines Menschen bei Geburt wie eine unbeschriebene Tafel (tabula rasa). Das Denkvermögen entwickle sich erst aufgrund von Sinneseindrücken, welche mit Hilfe des Verstandes und der Sprache zu verarbeiten seien.

 

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