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John Stuart Mill - Kurzporträt

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Der englische Politikphilosoph John Stuart Mill, der von 1806 bis 1873 lebte, wurde von seinem Vater zu einem perfekten Denker erzogen.

Schlagworte zu John Stuart Mill

  • System der Logik
  • Gesellschaftswissenschaft
  • Politische Ökonomie
  • Utilitarismus
  • Glück
  • Emanzipation der Frau
  • Frauenwahlrecht

  • Der englische Politikphilosoph John Stuart Mill, der von 1806 bis 1873 lebte, wurde von seinem Vater zu einem perfekten Denker erzogen. Seit 1823 arbeitet er bei der Ostindien-Gesellschaft und macht dort Karriere, die einen Aufstieg bis zum Staatsekretär mit sich bringt. Von 1865 bis 1868 gehört er zu den liberalen Abgeordneten im Unterhaus. Sein wichtigstes Anliegen, das gleiche Wahlrecht für Frauen, kann er allerdings nicht durchsetzen. 
  • John Stuart Mill entwirft zum Beispiel in seinen Schriften ein System der Logik, die ihm als Teil seines Programms von Reformen dient. Er will beweisen, dass alle Erkenntnisse der Menschen das Ergebnis von Schlussfolgerungen und Erfahrung sind. Menschen werden seiner Meinung nach in einer Gesellschaft nicht in ein anderes Wesen mit differenzierenden Eigenschaften verwandelt. Eine strenge Gesetzmäßigkeit des menschlichen Handelns und gesellschaftlichen Veränderungen schließt sein Denkgebäude aus. Die Gesellschaftswissenschaft kann nur wahrscheinliche Ergebnisse prognostizieren.
  • In seinen Schriften zur politischen Ökonomie erklärt John Stuart Mill die Gesetze der Schaffung des Reichtums innerhalb einer Gesellschaft. Die Überschüsse dürfen seiner Meinung nach nicht weiter so verteilt werden, dass derjenige am meisten erhält, der am wenigsten Arbeit leistet. Vereinigungen der Arbeiter sind deshalb ein zwingendes Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen. Die Regierung sollte dabei die ökonomischen Interessen der Gegenspieler ausbalancieren. 
  • John Stuart Mill war auch ein Verfechter des Utilitarismus. Das heißt: Nützlichkeit oder das Streben nach dem optimalen Glück ist die Basis der Moral. Handlungen entsprechen also einer positiven Moral, wenn sie das Glück fördern. Unter Glück versteht John Stuart Mill die Lust und das Freisein von Unlust. Glück ist die einzige Ursache menschlicher Bemühungen und die Vermehrung des Glücks die Messlatte, an dem alles menschliche Handeln sich ausrichten muss. 
  • Ganz wichtig in seinem Denken war für John Stuart Mill die Emanzipation der Frauen. Die Befreiung der Frauen aus der Unterjochung durch die Männer ist für ihn eine der größten Herausforderungen, um ein allgemeines Glück zu etablieren. Übereinkunft und Liebe müssen im Ehealltag den Gehorsam und den Befehl ersetzen. 

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