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Julian Assange schuldig? - Das wird ihm vorgeworfen

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:02
Julian Assange, Programmierer und Sprecher von WikiLeaks.

Julian Assange, Programmierer und Sprecher von WikiLeaks ist dieser Tage nach mehrmonatigen Schweigens wieder auf der Bühne der Öffentlichkeit erschienen als er am 19.8. vom Balkon der ecuadorischen Botschaft in London zu hunderten Journalisten und Anhängern sprach. Er dankte Ecuardor für das politische Asyl was ihm gewährt wurde, forderte ein Ende der "Hexenverfolgung" gegen Internetaktivisten, kritisierte die US- Regierung und forderte eine Freilassung unter anderem seines WikiLeaks Informanten Bradley Manning, der sich seit Mai 2010 in Haft befindet und dem von der USA Spionage vorgeworfen wird.

Doch was wird Assange vorgeworfen?

  1. Die Vorwürfe gegen Julian Assange sind umstritten und besonders die Vorwürfe der sexuellen Nötigung, bzw. Vergewaltigung Anfang September 2010 im Falle von zwei Schwedinnen werden von WikkiLeaks Anhängern gern als eine Schmutzkampagne bewertet, die eigentlich nur dazu da ist, um ihn über diesen Weg auch politisch in die Finger zu bekommen.
  2. Fakt ist: Seid Ende August 2010 läuft ein Ermittlungsverfahren gegen ihn. Das bedeutet, es besteht ein Haftbefehl in Bezug auf sexuelle Vergehen gegen ihn in Schweden. 
  3. Eine Anhörung vom WikiLeaks Sprecher hierzu ist zur Bewertung also nötig, aber Assanges eigentliche Angst, warum er sich weigert, Stellung zu den Vorwürfen zu nehmen, ist es, dass Schweden ihn dann umgehend in die USA überstellen könnte, wo angeblich ebenfalls eine Anklage wegen Beihilfe zur Spionage gegen ihn existieren soll, die aber nicht offiziell formuliert ist.
  4. Fakt ist: WikiLeaks hat 2010 geheime Dokumente u.a. über die Kriege in Afghanistan und den Irak veröffentlicht, die die USA als Spionage und für eine Bedrohung ihrer nationalen Sicherheit wertet. Assange fürchtet deswegen um sein Leben, wenn er der USA überstellt wird. 
  5. Julian Assange sollte zuletzt von Großbritanien nach Schweden ausgeliefert werden, ihm gelang es aber Asyl bei Staat Ecuardor zu erhalten. Es wird spekuliert, das er nun doch erwägt, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen, aber nur unter der Bedingung, das weder Großbritanien oder Schweden ihn an die USA ausliefern werden. 
  6. Die Schuldfrage kann also erst geklärt werden, wenn es eine Anhörung und ein gerichtliches Urteil gibt. Die Brisanz im Falle Assange und seine Zugehörigkeit zu WikiLeaks macht alles komplizierter als es eh schon ist. Es bleibt also spannend.

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