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Kennzeichen von Sekten? - Das sind sie

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:23
Die Religionsfreiheit ist in den meisten westlichen Demokratien eines der höchsten Staatsprinzipien.
In Österreich ist dieses Prinzip beispielsweise im Art. 14 - 16 des Staatsgrundgesetzes geregelt, in Deutschland im Grundgesetz. Dieses eindeutige Bekenntnis zur Freiheit macht allerdings auch ein Verbot einer die Grenzen des Rechts sprengenden Nutzung sehr schwierig. Wenn nur einige, wenige Kennzeichen von Sekten und damit der missbräuchlichen Religionsausübung vorliegen, dann ist es noch ein weiter Weg zu einem Verbot. Wer also zu Hause oder in der Öffentlichkeit seine Religiösität ausleben will, der muss selbst auf die Warnzeichen oder Kennzeichen von Sekten achten. Folgende Kennzeichen geben einen eindeutigen Hinweis darauf, dass eine Glaubensgemeinschaft in Richtung Sekte tendiert:

Kennzeichen

Gezielte Abschottung nach außen

  • Viele Sekten definieren sich nicht über positive Werte wie Mitmenschlichkeit oder auch christliche Gebote. Sie schotten sich und ihre Sektenmitglieder dagegen gezielt nach außen ab: Die Vorschriften einer Sekte betreffen nicht nur den Glaubensbereich, sondern sie verbieten den Menschen dies oder das zu tun. Oder sich auch mit Andersgläubigen zu treffen. Dies führt schon zum Zweiten der Kennzeichen von Sekten:

Intoleranz

  • Das Judentum, das Christentum und viele moslemische Gelehrte als Religionsvertreter führen einen Dialog der Religionen. Sie bieten gemeinsame Veranstaltungen an, auf denen offen über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten diskutiert wird. Sekten zeichnen sich meist durch die Intoleranz gegenüber anderen aus: Bei ihnen gibt es nur den einen, einzigen glückselig machenden spirituellen Weg.

Verfolgung und Demütigung Abtrünniger

  • Weiteres Kennzeichen von Sekten ist die Verfolgung und Demütigung Abtrünniger. So erhalten Sektenmitglieder das Verbot, mit einem "Aussteiger" oder "Abtrünnigen" zu sprechen oder werden gleich gebrandmarkt. Damit darf kein Sektenmitglied - auch wenn es vielleicht private Beziehungen über die Lehre der Sekte hinaus gegeben hat - Kontakt mit dem Aussteiger aufnehmen. Spricht er dann offen über die Forderungen der Sekte nach Spenden, dem Kauf von Devotionalien oder Büchern, so setzt eine Diskreditierungskampagne ein. Dazu im Gegensatz ist das Verhalten der christlichen Religionen nahezu eine Blaupause an Toleranz: Hier kann man ganz offiziell am Standesamt austreten. Und sogar noch am sonntäglichen Gottesdienst teilnehmen. Einzig einige Sakramente wie die Wandlung der Hostie bleiben einem dann verwehrt.

Extremer Personenkult oder Pyramidensysteme

  • Nur wenige Kennzeichen von Sekten sind so deutlich wie der extreme Personenkult (wie früher bei der Bhagwan Sekte): Alles ist extrem darauf zugeschnitten, einer Person oder Familie zu dienen. Diese spirituellen Führer verlangen meist hohe Spenden und das Leben der Gläubigen in relativer Armut. Schon nach wenigen Jahren kommt meist heraus: Der Lebensstil der Führenden unterscheidet sich aber letztendlich ganz wesentlich von den Gläubigen.


Wer sich näher mit Sekten beschäftigt, der kann nicht nur für sein religiöses Leben und seine Spiritualität etwas lernen! Manche Nachbarschaftsverkäufe und Pyramidensysteme benutzen eine ähnliche Struktur und Ideologie, um die Verkäufer auf die nächst höhere Ebene zu bringen. Wer also die Warnsignale der Kennzeichen von Sekten kennt, der lernt:

  • Das Unterscheiden von Religion und Sekte
  • Bei Unternehmen auf ähnliche Tendenzen zu achten

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