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Kim Jong-un Psyche - Wie steht es um den Diktator?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:21
Die Drohgebärden Nordkoreas - Ist Kim Jong-un verrückt geworden?

Seit Tagen richten sich die Augen der Welt auf Nordkorea und seinen Anführer Kim Jong-un. Denn der Diktator nutzt jede Gelegenheit, um die militärische Stärke seines Landes zur Schau zu stellen. Vor kurzem hat er mit dem Verlagern von Langstreckenraketen an die Ostgrenzen Nordkoreas sogar die Vereinigten Staaten von Amerika herausgefordert. Ist das vielleicht ein Anzeichen dafür, dass Kim Jong-un wahnsinnig geworden ist?

Die Lage in Nordkorea

Irrsinn oder Strategie:
Auslandsexperten sind sich darüber einig, dass Kim Jong-un Psyche keine Anzeichen einer möglichen Geisteskrankheit aufweisen. Dazu sind seine Handlungen zu überlegt und koordiniert. Vielmehr scheint es so zu sein, dass der junge Diktator, der das Amt erst 2011 nach dem Ableben seines Vaters und des früheren Führers von Nordkorea, Kim Jong-il, übernommen hat, seine Macht demonstrieren will. Denn dem neuen Diktator fehlte es bisher an Rückhalt in der Nation.
Bei seinem Amtsantritt 2011 versprach Kim Jong-un seinem Volk bessere Lebensverhältnisse, gesicherte Arbeit und eine bessere Zukunft für Nordkorea. Allerdings folgten kaum Taten, sodass die Bevölkerung zu zweifeln begann, ob der Nachfolger von Kim Jong-il einer Führungsposition überhaupt gewachsen sei. Darum war es nicht nur für Kim Jong-un selbst, sondern auch für den Erhalt seiner Stellung als Diktator notwendig, das Volk von sich überzeugen. Darum ließ er den Eindruck vermitteln, dass Nordkorea sich in direkter Bedrohung von Seiten Amerikas, Chinas und Südkoreas befinde.

Wird es zum Krieg kommen:
Auch wenn Nordkorea zur Zeit starke Drohgebärden ausstößt und unter anderem einen Atomreaktor zur Herstellung von Atomwaffen wieder in Betrieb nehmen will, ist es dennoch nicht sehr wahrscheinlich, dass dies der Anfang eines Kriegs sein könnte. Vielmehr zeigt sich auch hier, das Kim Jong-un Psyche noch intakt sein muss, da er strategische Schritte unternimmt, um die Führer der anderen Länder einzuschüchtern, ohne direkte Drohungen auszusprechen. Außerdem wird jede Aktion Medientechnisch geplant und aufpoliert, sodass immer gerade dann, wenn das außenpolitische Interesse an Nordkorea ein wenig zurück geht, eine neue Aktion wieder die Aufmerksamkeit auf das Land lenkt.
Selbst wenn die Lage zur Zeit sehr angespannt ist, dürfte Nordkorea und auch Kim Jong-un kein Interesse an einem Krieg gegen gleich zwei Weltmächte haben. Wahrscheinlicher ist, dass die Aktionen sowohl dem nordkoreanischen Volk als auch den anderen Weltstaaten beweisen soll, dass Kim Jong-un stark genug ist, um Nordkorea zu führen. Würden die Anführer der anderen Staaten mit ihm in Verhandlungen treten, würde Kim Jong-un sich sicherlich auf einen Kompromiss zu seinen Gunsten einlassen und wieder abrüsten.

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