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Kim Jong-un Psychospiele - Wie gefährlich ist die Situation in Nordkorea?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:21
Kim Jong-un und seine Psychospiele.

Viel ist in diesen Tagen die Rede von Nordkorea und seinem Diktator Kim Jong-un. Das ist kein Wunder, riecht es doch auf der koreanischen Halbinsel stark nach Krieg. Das Schlimme daran: Niemand weiß wie ernst die Situation wirklich ist, denn Informationen aus dem nördlichen Korea sind selten und meist ungenau.

Die Situation auf der koreanischen Halbinsel

Der chronologische Ablauf einer Krise

  • Am 12. Dezember 2012 wurde ein nordkoreanischer Satellit in die Umlaufbahn befördert. Als Trägerrakete kam eine Unha-3 zum Einsatz, eine Modifikation der Interkontinentalrakete Taepodong 2. Dieser Raketenstart wurde von Experten als verschleierter militärischer Raketentest gewertet.
  • Als Reaktion darauf verschärften die Vereinten Nationen am 22. Januar 2013 die ohnehin bereits bestehenden Sanktionen gegenüber Nordkorea. Am 26. Januar verkündete Kim Jong-un einen erneuten Atomtest und setzte mit Wirkung vom 29. Januar das Kriegsrecht in Kraft.
  • Am 12. Februar wurden von verschiedenen Messstationen Erschütterungen im Umkreis des Atomtestgeländes P'yunggye-ri gemessen, woraufhin die Sanktionen gegen Nordkorea noch weiter verschärft wurden.
  • Im Laufe der nächsten Zeit schaukelten sich die Spannungen stetig weiter hoch, bis am 10. April die Streitkräfte Südkoreas, Japans sowie der USA auf der koreanischen Halbinsel in Alarmzustand versetzt wurden. Nach Geheimdienstinformationen könne ein Angriff Nordkoreas jederzeit bevorstehen.


Kim Jong-un: Krieger oder Säbelrassler?

  • Einen Atomkrieg kann Kim Jong-un nicht - wie er gedroht hatte - bis auf amerikanisches Staatsgebiet tragen. Japan und Südkorea, die hauptsächlichen Feinde Nordkoreas in unmittelbarer Nachbarschaft, sind dagegen durchaus vom durchgeknallten Diktator aus dem Norden bedroht.
  • Für Südkorea besteht zudem eine große Bedrohung durch nordkoreanische Artillerie. Die Artillerie der Koreanischen Volksarmee ist besonders in der Nähe der südkoreanischen Hauptstadt Seoul besonders stark konzentriert. Ca. 20.000 Geschütze und Raketen- sowie Granatwerfer, zusätzlich zu den 4.700 Panzerhaubitzen und Selbstfahrlafetten, kann die Koreanische Volksarmee aufbieten.
  • Insgesamt verfügt Kim Jong-un über ein Heer mit 40 Divisionen mit 1.200.000 Mann, die Luftwaffe über 86.000 Mann mit ca. 650 Kampfflugzeugen, sowie die Marine mit 46.000 Mann, die sich besonders auf U-Boote, Patrouillenboote und amphibische Fahrzeuge stützt. Zudem besitzt die nordkoreanische Armee über 4.700.000 Reservisten, die im Kriegsfall aufgeboten werden können.
  • Diese Zahlen sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen dass die Armee großteils schlecht versorgt ist. Viele Panzer und Flugzeuge sind hoffnungslos veraltet, angeblich sind noch T-34 aus dem Zweiten Weltkrieg im aktiven Dienst zu finden.
  • Zudem verfügt Nordkorea über wenig Munition, Brennstoff und Nahrungsreserven, weshalb ein länger andauernder Konflikt für das nördliche Korea unmöglich wird.
  • Aus diesen Gründen gehen Experten von einem verlustreichen Konflikt für Kim Jong-un aus. Lediglich das Potential an ABC-Waffen ist eine unbekannte Größe des Diktators, wegen dem sich westliche Geheimdienste Sorgen machen.

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