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Klonen - Wie klont man ein Lebewesen?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Am 6.Juli 1996 wurde Dolly geboren, ein Bergschaf wie es… ein Zweites gab.

Am 6.Juli 1996 wurde Dolly geboren, ein Bergschaf wie es… ein Zweites gab. Denn Dolly war das erste geklonte Säugetier. Das Erbgut des Spenders wurde in eine leere Eizelle gepflanzt und von einer Leihmutter ausgetragen. Dies wird Nukleartransfer genannt. Mit dieser Methode wurden neben dem Schaf Dolly bereits Rinder, Ziegen, Hunde, Katzen und Mäuse geklont.

Factbox

  • Inzwischen gibt es bereits Firmen, die sowohl lebende als auch tote Haustiere auf Bestellung klonen.
  • Japanische Wissenschaftler schafften es, mithilfe des therapeutischen Klonens, Lebergewebe zu bilden.
  • Russische Wissenschaftler wollen mithilfe eines im Eis konservierten Mammuts, dieses als Klon, wiederbeleben.

Klonen - Hintergrundinformationen

Was ist das Erbgut?

Das Erbgut liegt im Kern jeder Zelle, und bestimmt alle wichtigen Informationen zum Aufbau unseres Körpers. Gespeichert sind diese Informationen in Form unterschiedlicher Kombinationen von Basenpaaren auf der DNS, der Desoxyribonukleinsäure.
Bei Menschen, wie auch bei allen anderen komplexen Lebensformen, vermischt sich bei der Befruchtung einer Eizelle das Erbgut beider Elternteile miteinander und gibt dem Kind eine einzigartige DNS. Diese dadurch entstehende Vielfalt spielt in der Evolution eine große Rolle.

Wie funktioniert Klonen?

Anstatt die Eizelle mit einer Samenzelle zu befruchten, wird im Labor das Erbgut aus ihr entfernt. Anschließend wird sie mit einem Zellkern, der die DNS des zu klonenden in sich trägt, geimpft. Die befruchtete Zelle könnte nun einer Leihmutter eingepflanzt werden, welche sodann das Embyro austrägt, doch ist das reproduktive Klonen in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten. Ebenso wie das therapeutische Klonen, bei dem der Embryo nach nur wenigen Zellteilungen zerstört wird.
In anderen Ländern hingegen spielt das therapeutische Klonen vor allem in der medizinischen Forschung eine wichtige Rolle. Mithilfe der Stammzellen erhoffen sich Wissenschaftler Organe wie eine neue Niere oder Leber für Patienten wachsen zu lassen.

Klone in der Natur

Einzellige Lebewesen wie Bakterien und einige Algenarten vermehren sich größtenteils asexuell, wodurch ihre Nachkommen das gleiche Erbgut besitzen. Bei dieser vegetativen Vermehrung wird die DNS im Kern der Mutterzelle kopiert, und es entstehen zwei identische Tochterzellen. Auch Pflanzen besitzen die Fähigkeit einen identischen Ableger von sich zu erstellen.

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