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Konservatismus - Definition

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Konservative Schlagworte sind unter anderem: Tradition, Sicherheit, Ordnung, Autorität.

Der Konservatismus ist ein loser Sammelbegriff für Denkströmungen, die die bestehende politische, soziale, kulturelle und wirtschaftliche Ordnung erhalten möchten und sich gegen deren Änderung stellen. Konservative Schlagworte sind unter anderem: Tradition, Sicherheit, Ordnung, Autorität.

Factbox

  • Der Konservatismus steht für die Verteidigung der bestehenden Ordnung.
  • Er war eine Abwehrreaktion gegen neue politische Strömungen (Aufklärung, Demokratie, Liberalismus, Sozialismus).

Theoretische Hintergründe

Eine Reaktion auf die Französische Revolution

Die Entstehung des politischen Konservatismus ist im 18. Jahrhundert anzusiedeln. Er entwickelte sich in der Auseinandersetzung mit den Ideen der Aufklärung und der Französischen Revolution. Konservative Denker wie Edmund Burke und Joseph Marie de Maistre kritisierten nicht nur die realen Gewaltexzesse der Revolution, sondern auch deren philosophische Kernideen wie Freiheit, Gleichheit und Volkssouveränität. Diesen stellten sie die Idee des gottgegebenen Staates mit einer hierarchischen Gesellschaftsstruktur entgegen.


Im post-napoleonischen Europa war die offizielle Regierungspolitik in vielen Staaten konservativ. Mit der Entwicklung des Liberalismus, des demokratischen Radikalismus und des Sozialismus sahen sich die Verteidiger der bestehenden Ordnung neuen Herausforderungen gegenüber stehen. Damit änderte sich der Konservatismus auch zu einer politischen Geisteshaltung des gezähmten, langsamen und geordneten Wandels: Staatliche Reformen sollten durchgeführt werden, um die bestehende Ordnung zu stabilisieren. Dafür steht etwa die umfassende Sozialgesetzgebung Otto von Bismarcks.

Den Wandel gestalten vs. den Wandel zerstören

  • Im Gegensatz zu dieser evolutionären Spielart des Konservatismus stehen utopisch-reaktionäre Formen. Diese wenden sich radikal gegen demokratisch-liberale Errungenschaften und orientieren sich an einer Utopie des vorrevolutionären, vordemokratischen Staates, die notfalls mit Gewalt zu erschaffen sei. Ein Beispiel dafür war etwa die Strömung der so genannten „konservativen Revolution“ in der Weimarer Republik.
  • Eine präzise Definition von Konservatismus für die heutige postmoderne Zeit zu finden, gestaltet sich schwierig. Als gemeinhin „konservativ“ gelten Volks-Parteien des Mitte-Rechts-Spektrums (etwa die CDU/CSU in Deutschland).

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