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Kontextualismus - Definition

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Kontextualismus ist eine Denkrichtung der Sozial- und Geisteswissenschaften
Die philosophische Grundaussage des Kontextualismus ist, dass jede Aussage oder Handlung in einem spezifischen Kontext (Zusammenhang) stattfinden und daher auch nur in diesem verstanden werden kann.

Was man darunter versteht

Eine Aussage kann laut Kontextualismus daher wahr oder falsch sein, je nachdem in welchen Zusammenhang sie gestellt wird.
In der Ethik ist der Kontextualismus eng mit dem ethischen Partikularismus (Situationsethik) und dem ethischen Relativismus verbunden.

Beispiele für kontextabhängige Aussagen

  • Heute ist Donnerstag.

Die Aussage genau dann wahr, wenn der Tag der Äußerung ein Donnerstag ist. An einem Mittwoch wäre die Aussage falsch.

  • Die Tomate wird dem Gemüse zugeordnet.

Für den Alltagsgebrauch - etwa im Supermarkt – kann die Aussage wahr sein, falls die Tomate tatsächlich im Gemüseregal zu finden ist. Legt man strenge biologische Standards an, ist sie jedoch falsch, Tomaten sind die Frucht der Tomatenpflanze und daher kein Gemüse.

  • Nacktbaden ist Sittenwidrig

Diese Aussage kann je nach Kultur und Sitte wahr oder falsch sein. Eine allgemein gültige Antwort gibt es nicht.

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