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KONY 2012 - Was passiert am 20. April 2012?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Kony 2012 – Wie eine Internetkampagne Joseph Kony stürzen soll?

Mit der Kampagne und dem gleichnamigen Video Kony 2012 hat die Aktivistengruppe Invisible Children eine virale Internetkampagne gestartet, die in hohem Ausmaß die Aufmerksamkeit auf die gesellschaftlichen Probleme und den Bürgerkrieg in Uganda lenken soll.

Invisible Childrens Appell an die Internetgemeinde

  1. Durch die Aktion soll der Anführer der LRA Joseph Kony, der für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in Uganda verantwortlich gemacht wird, in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt werden. 
  2. Seit Oktober 2005 ermittelt der internationale Strafgerichtshof gegen Kony und hat im Zuge dessen einen Haftbefehl erlassen. Vorgeworfen werden ihm zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sowie Kriegsverbrechen.
  3. Mit Hilfe des Videos soll über das Internet eine große Anzahl von Personen mobilisiert werden, die schließlich nicht nur den Problemen in Uganda Gehör verschaffen, sondern letztlich den nötigen Druck auf Regierungen aufbauen kann, um Joseph Kony verhaften zu lassen.
  4. Kurze Zeit nach Veröffentlichung auf den Plattformen YouTube und Vimeo verzeichnete das Video bereits mehrere Millionen Aufrufe. 
  5. Ermöglicht wurde dies vor allem durch Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter, in denen zahlreiche Nutzer das Video teilten. 
  6. Inzwischen hat das Projekt nicht nur die Aufmerksamkeit der Netzgemeinde, sondern auch Menschenrechtsorganisationen und prominente Fürsprecher für sich gewinnen können. 


Festnahme Joseph Konys bis zum Ende des Jahres

  1. Die Kampagne hofft Joseph Kony noch bis zum Ende des Jahres 2012 festnehmen zu lassen. 
  2. Ein wesentliches Datum spielt dabei der 20. April. In der Nacht zum 21. April soll in zahlreichen Städten mit Plakaten und Stickern auf die Kampagne aufmerksam gemacht werden. 
  3. Invisible Children entwarf hierfür eigens Plakate, Sticker und Armbänder, die über die Homepage der Organisation erhältlich sind. 
  4. Zu diesem Zweck haben sich bereits zahlreiche Gruppen im Internet formiert, die dabei helfen wollen diese Aktion zu unterstützen.


Kritik an der Kampagne

  1. Kony 2012 ist bei Weitem nicht nur positiv angenommen worden. Kurze Zeit nach Erscheinen des Videos formierte sich erste Kritik an der Kampagne, die sich vor allem an der vereinfachten Darstellung der Problematik in Uganda und der undifferenzierten Methodik des Videos stört. 
  2. Weiterhin wird bemängelt, dass Kony 2012 keine journalistischen Standards einhalte. So wird lediglich beiläufig darauf eingegangen, dass Joseph Kony und die LRA sich bereits seit 2006 nicht mehr in Uganda befinden und das verwendete Bildmaterial aus dem Jahre 2003 spiegele nicht die aktuelle Situation in dem Land wieder.
  3. Invisible Children steht zudem schon länger in der Kritik. Nur etwa 30 Prozent der Spendengelder sollen demnach für die Projekte in Uganda aufgewendet werden. Zudem wird der der Organisation unzureichende Transparenz im Umgang mit Spenden vorgeworfen.

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