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KONY 2012 - Worum geht es dabei überhaupt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Der Begriff KONY 2012 geht derzeit durch die Medien. Doch was verbirgt sich dahinter?

Mit dem Begriff Kony 2012 ist seit den letzten Tagen ein Mann namens Joseph Kony auch in Europa schlagartig bekannt geworden.

Joseph Kony ist seit 1987 der Anführer der Lord's Resistance Army in Uganda. Dieser Zusammenschluss von Rebellen zu einer einheitlichen Gruppe führt seit der Gründung, ebenfalls 1987, Krieg gegen die Armee in Uganda. Seit dem Jahr 2005 gibt es einen internationalen Haftbefehl gegen Joseph Kony.

Der Grund dafür?

Die Rebellengruppe hat unter der Leitung von Kony zwischen 30.000 und 60.000 Kinder verschleppt. Kony werden verschiedene Delikte, wie Vergewaltigung, Mord und Versklavung, um nur einige zu nennen, zu Lasten gelegt.

Kony 2012 hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verbrechen des Joseph Kony und seiner Lord's Resistance Army, weltweit bekannt zu machen und dafür zu sorgen, ihn bis Ende dieses Jahres zu verhaften und vor Gericht zu bringen.

Die Initiatoren dieses Projekts sind zwei Filmemacher aus Amerika: Jason Russell und Laren Poole. Schon 2004 gründeten die beiden eine Organisation namens Invisible Children. Mit dieser Organisation wollten sie auf die Entführungen in Afrika aufmerksam machen. Seitdem produzieren sie zu diesem Thema immer wieder verschiedene Filme und starten mit Kony 2012 ihren neusten Versuch.

Die Kampagne :

  1. Im Zentrum des Projekts Kony 2012 steht ein halbstündiger Film der beiden Filmemacher. Der Film erzählt die Geschichte eines kleinen Jungens namens Jakob. Der Junge hat seine beiden Brüder in Uganda an die Rebellen verloren. 
  2. Im Rahmen dieser Geschichte werden die Hintergründe zu Joseph Kony und der Lord's Resistance Army beleuchtet. Der Film enthält dabei einige Dokumentaraufnahmen und auch einige Passagen aus verschiedenen Interviews.
  3. Die gewünschte Wirkung wurde bislang mit Hilfe des Internets erreicht. Innerhalb von nur 48 Stunden wurde der Film insgesamt 7 Millionen mal auf der Plattform Vimeo angeklickt. 
  4. Hinzu kommen mehr als 5 Millionen Views auf dem Kanal von Youtube. Auch auf Facebook gab es etwa 1 Million "Likes" zu diesem Thema. Unterstützt werden die beiden Filmemacher auch durch Prominente, die das Projekt via Twitter an ihre Fans weitergeben.
  5. Das Ziel der Kampagne ist nach Meinung der Verantwortlichen jedoch nur schwer zu erreichen, da es seit der Anklage im Jahr 2005, bisher nicht gelungen ist, Joseph Kony zu fassen.
  6. Im Jahr 2011 kam es allerdings zu einem entscheidenden Durchbruch für das Team von Invisible Children. Barack Obama genehmigte den Einsatz von US-Truppen in Uganda zur Auffindung von Joseph Kony. Etwas wofür die Filmemacher jahrelang gekämpft haben. 
  7. Gegen die Aktion kommt jedoch auch einiges an Kritik auf. Den Machern des Projektes wird beispielsweise Einseitigkeit vorgeworfen. 
  8. Auch würden sie es in Kauf nehmen, das weitere zivile Opfer zu Tode kommen. Auch die Spendenpolitik der Organisation ist umstritten. 
  9. Die meisten gespendeten Gelder, so Kritiker, scheinen nicht in Uganda anzukommen, sondern fließen vielmehr in die Organisations - und Lobbyarbeit des Projekts. 
  10. Fest steht, die Situation in Uganda ist weitaus komplexer, als es Kony 2012 vermuten lässt. Nichts desto Trotz dient die Sache einem guten Zweck und es steht bekanntlich jedem frei mitzumachen und Kony 2012 zu unterstützen oder eben nicht.
  11. Übrigens: Am 20 April 2012 wird es in allen großen Städen zu Protestaktionen kommen. Es ist beabsichtigt in den Abendstunden Poster auf Hauswände zu plakatieren um die große Öffentlichkeit auf das Thema zu lenken.  

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