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Krieg um Krim? Warum die Halbinsel so wichtig ist!

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:35
Die Halbinsel Krim könnte Schauplatz eines Krieges werden.

Bei der derzeitigen Krise an der Krim scheint die Möglichkeit einer russischen, militärischen Intervention zu bestehen.

 

Der russischen Regierung geht es dabei vorgeblich um das Wohl der rund 1,2 Millionen Krim-Russen (russischstämmige oder russischsprachige Menschen), die auf der Halbinsel leben und Russland zugeneigt sind.

 

Politische Führungskräfte Russlands (wie auch die von Deutschland, der EU und der USA) haben ein sog. geostrategisches Interesse an der Krim. Worin dieses Interesse genau besteht wird hier zu erläutern versucht.

Bitte beachten

  • Die Krim ist seit der Antike ein wichtiges Zentrum für Wirtschaft und Handel  und dient auch als Kriegshafen.
  • Russlands Machtbestrebungen auf der Halbinsel gehen mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurück.
  • Die Krimkrise ist ein Ausdruck eines imperialistischen Widerstreits zwischen dem Westen und Russland.

Die Halbinsel Krim - Geschichte und strategische Bedeutung

Die Krim gilt schon seit der Antike als ein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum am schwarzen Meer. Durch die zentrale Lage an der See und den Zugang zum Mittelmeer über den Bosporus, ist die Halbinsel  ein geostrategischer Geheimtipp. Wie wichtig und begehrt die Halbinsel ist (und wie umkämpft sie auch schon immer war), lässt sich anhand der langen Liste der Völker ermessen, die die Krim bewohnten, okkupierten und kolonisierten. In der Antike war die Halbinsel von Skythen und Kimmerern bewohnt, und auch die Griechen gründeten einige Kolonien an den Küsten des schwarzen Meeres. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Krim immer wieder von unterschiedlichen Völkern erobert und kolonisiert, die die Halbinsel meist nur ein oder zwei Jahrhunderte halten konnten.

Russlands Anspruchserhebungen gehen daher auf eine lange Tradition von Vorläufern zurück, diese sind gar bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Den größten Wiedersacher stellte hierbei das Osmanische Reich dar, dass zeitgleich hierzu aber schon im Begriff war zu verfallen. Diese Konflikte mündeten 1853 in den Krimkrieg, der bis 1856 dauerte und bei dem Frankreich, England und das autonome Sardinien zu Gunsten des Osmanischen Reiches intervenierten, um auf diese Weise den Expansionsbestrebungen der aufstrebenden Macht von Russland einen Riegel vorzuschieben.

Schon damals ging es um die wirtschaftlich und geostrategisch bedeutsame Vormachtstellung am schwarzen Meer. In einer Analyse des britischen Geopolitikers Halford Mackinders heißt es, dass die Beherrschung der Krim und der Ukraine von unmittelbar wichtiger Bedeutung für Russland sei, um sich als eurasische Groß- und somit als Weltmacht behaupten zu können. Die wichtigste Bedeutung liegt dabei nach wie vor im militärischen Bereich. Die Akteure der derzeitigen Krise sind sich darüber bewusst, dass diese Analyse nach wie vor richtig ist. Daher haben auch Washington und die EU, ein großes Interesse daran, dass die krimsche Halbinsel und die Ukraine unabhängig von Russland bleiben und sie in westliche Sphären eingebunden wird. Opfer dieser imperialistischen Machtspiele sind nicht zum ersten Mal in der Geschichte, die Bewohner der Ukraine.

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