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Luxusproblem - Studieren, arbeiten oder doch Ausland?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:18
Denke an Deine ganz persönliche Schwerpunktsetzung!

Beinahe jeder Studierende steht - früher oder später - vor der gleichen oder einer ähnlichen Entscheidung. Du hast ja schon viele Aspekte selbst angesprochen, doch möchte ich ein paar Schwerpunkte herausheben. Diese wären mir in einer ähnlichen Situation absolut wichtig!

Nicht überstürzt handeln!

  • Schreibe die 5 Highlights jedes Tages und 5 Punkte die stören auf
  • Offenheit und Ehrlichkeit gegenüber sich selbst
  • Eine Zielkoordinate, die beschreibt, wo Du hinmöchtest
  • Empathie und Wahrnehmung für die einzelnen Menschen

 

Einige Anregungen

  • Du schreibst etwas von "work and travel" ohne dies genauer zu definieren. Natürlich kannst Du durch work and travel die Mentalität der Menschen und auch eine Region oder ein Land viel besser kennenlernen. Allerdings schreiben nur wenige Anbieter sehr deutlich, dass es sich oftmals um Aushilfs- oder Nebenjobs handelt. Also vieles, was Arbeitnehmer nicht als auskömmlich mit einem entsprechenden Gehalt erachten. Viele Aushilfsjobs sind dazu Saisonarbeiten für die ein Studium nicht benötigt wird. Du wirst also die Sprache perfekt lernen aber für Deine berufliche Entwicklung nicht viel mitnehmen. So manche "work and travel"-Angebote sind auch nicht sinnvoll genutzte Lebenszeit. Im Endeffekt wirst Du ja Deine bisherige Wohnung für ein halbes Jahr oder so weiter bezahlen. Womit doppelte Kosten auflaufen. 
  • Wie zufrieden bist Du mit Deiner bisherigen Tätigkeit und der Firma, wenn Du dies aus einer längerfristigen Perspektive siehst? Du schreibst selbst, dass die Kollegen ganz nett wären und auch das Umfeld passt. Ob Du Dich in einer Stadt wohl fühlst, liegt an ganz verschiedenen Faktoren: Analysiere also gründlich was Dir in einer Woche gefällt und was nicht? Notiere Dir jeden Tag die fünf Highlights, die Dir gefallen und auch 5 Punkte die stören.
  • Ganz nebenbei: Deine Frage ist übrigens keineswegs ein Luxusproblem, sondern die berechtigte Frage nach dem weiteren Weg. Die Entscheidung ob Du einen Master-Abschluß machen möchtest, die kannst nur Du alleine beantworten: Wie wichtig ist Wissen und das Lernen für Dich? Möchtest Du noch mehr Hintergründe aus Deinem Fachbereich bekommen oder bist Du mit der derzeitigen Berufstätigkeit ganz glücklich? Letztendlich stellt ja das Master-Studium oft eine Spezialisierung und Vertiefung dar. Gibt es denn in Deinem Unternehmen Stellen und Aufgaben, die wirklich nur mit Master-Abschluss wahrgenommen werden können? Oder setzt der Chef auf interne Fortbildung und rekrutiert die Führungsmitarbeiter aus der eigenen Mitarbeiterschaft. 
  • Wo siehst Du Deinen weiteren Weg? Diese Frage solltest Du Dir stellen, wenn Du das Wort "Promotion" in den Raum stellst. Also ganz im Klartext: Möchtest Du nach dem Master-Abschluß noch einige Jahre lang kein Geld verdienen oder eine halbe Stelle an der Universität haben und dann die Dr.-Arbeit schreiben? Wie sieht der mögliche Weg danach aus? Gibt es in Deinem Fachbereich eine genügend hohe Nachfrage nach Menschen mit einem "Dr.-Titel" oder strebst Du diesen Titel mehr oder weniger aus Prestigegründen an.
  • Eine weitere wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist die Frage nach der Region: Wie findest Du die Menschen in Deiner Region, in der Du derzeit arbeitest? In Deutschland oder Österreich unterscheiden sich die Mentalitäten auch nach den einzelnen Bundesländern erheblich. So könnte die Frage lauten: Fühlst Du Dich in der Region wohl oder ist diese zu städtisch/zu ländlich, gibt es zu wenig oder zu viel Bevölkerung, kannst Du Deine Hobbies dort ausüben oder nicht?

Leider kann Dir niemand außer Dir selbst sagen, was der richtige Weg ist. Entscheide mit einer guten Mischung aus Bauchgefühl und Analyse. Und wenn es irgendwie geht: Möglichst angstfrei! Überlege Dir also nicht, was "die Gesellschaft" für das Richtige hält, sondern was für Dich das Beste ist.

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