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Marxismus - Definition und Lehre

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Unter Marxismus wird die Gesamtheit aller von Karl Marx und Friedrich Engels begründeten Lehren verstanden, deren Schwerpunkte ökonomischer, politisch-sozia

Unter Marxismus wird die Gesamtheit aller von Karl Marx und Friedrich Engels begründeten Lehren verstanden, deren Schwerpunkte ökonomischer, politisch-sozialer und philosophischer Natur sind.

Factbox

  • Karl Marx wurde 1818 in Trier geboren und verstarb 1883 in London.
  • Marx ging in seiner Londoner Zeit seiner schriftstellerischen Tätigkeit streng nach und spekulierte unterdessen sogar (erfolgreich) mit Aktien, um sich und seine Familie über Wasser zu halten.
  • Für einige gilt dies als grober Selbstwiderspruch, für andere als verständliche Überlebensmaßnahme in einem spekulativen Wirtschaftssystem.
  • Der Marxismus bildete für viele kommunistische Staatsoberhäupter und Revolutionsführer wie Lenin, Stalin, Mao Zedong, Ho Chi Minh und Che Guevara die theoretische Grundlage, auf der ihre jeweilige politische Tätigkeit fußte.

Marxistische Lehre - Ursprung und Entwicklung

Der Marxismus fußt auf der von Marx und Engels ausgearbeiteten Theorie des historischen Materialismus. Dieser besagt, dass die Ursachen aller geschichtlichen Ereignisse und Wandlungen im Kampf um die Produktionsmittel einer Gesellschaft liegen. Der Kampf um diese Mittel hat nach marxistischem Verständnis verschiedene Evolutionsstufen der Gesellschaftsordnung zustandegebracht.

Diese sind:

  1. Urkommunismus (Stammesgesellschaft, der Anfang menschlichen Zusammenlebens)
  2. Sklavenhaltergesellschaft
  3. Feudale Gesellschaft
  4. Kapitalistische Gesellschaft

Die Produktionsmittel, die der Marxismus als "Kapital" bezeichnet, verleihen ihren Besitzern, den Kapitalisten, die Herrschaft über die Gesellschaft. Wer kein Kapital besitzt, muss sein Brot durch die Arbeit für einen Kapitalisten verdienen. Dies ist insofern nachteilig, als dass der Kapitalist den Mehrwert der von seinen Arbeitern geleisteten Arbeit beansprucht. Somit kann der kapitalistische Arbeiter niemals einen gerechten Lohn erhalten. Gemäß der marxistischen Lehre dient der kapitalistische Staatsapparat nur noch dazu, die Machtposition der Kapitalisten durch Unterdrückung der Arbeiter aufrechtzuerhalten. Der Marxismus sieht in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung ein ungerechtes Zweiklassensystem, bestehend aus einer Arbeiterklasse (dem Proletariat) und einer bürgerlichen Klasse von Kapitalisten (der Bourgeoisie). Der Marxismus strebt in seinem Wirken eine klassenlose Gesellschaft an und sieht in einer sozialistisch basierten Revolution ein geeignetes Mittel zur Herstellung sozialer Gleichheit. Nach einer solchen Revolution muss die "natürliche" und "ursprüngliche" Gesellschaftsordnung des Kommunismus wieder einkehren.

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