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Max Weber: Portrait und Werke eines Denkers

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Maximilian Carl Emil Weber wurde am 21. April 1864 in Erfurt geboren.

Maximilian Carl Emil Weber wurde am 21. April 1864 in Erfurt geboren. Er gehört zu den Klassikern der Soziologie, sowie der Kultur- und Sozialwissenschaften. Vor allem seine Auffassung der Wertfreiheit der Wissenschaften hat bis heute Spuren hinterlassen.

Diese Fragen beschäftigten Max Weber

  • Ist die Wissenschaft das Mittel zur Lösung praktischer, dass heißt moralischer und politischer Probleme?
  • Was ist Kultur? Ist Kultur die Entscheidungen einer Gesellschaft für eine bestimmte Deutung der Wirklichkeit oder ist sie schlicht Ausdruck von Interesse? 
  • Kann eine Kultur 'besser’ sein als eine andere?
  • Wenn die Religion kraftlos geworden ist und die Wissenschaft den Menschen keine Werte bieten kann, was leistet dann die Politik? 
  • Kann sie allein Werte begründen? Kann man sie durch ihre Zwecke oder nur durch ihre Mittel definieren?

Die ‚Objektivität’ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Erkenntnisse (1904)

In diesem Aufsatz formulierte Max Weber seinen Standpunkt im Werturteilsstreit, welcher die Sozialwissenschaft in den Jahren vor Beginn des Ersten Weltkrieges beschäftigte. Bei dieser Auseinandersetzung ging es um die Frage ob die Sozialwissenschaft politisches Handeln wissenschaftlich rechtfertigen könne. 
Webers Standpunkt war, dass es nicht Aufgabe einer empirischen Wissenschaft sein könne, Normen und Ideale zu ermitteln. Wissenschaft solle versuchen sich jedes Werturteils zu enthalten. Wohl aber könnten Werte als Forschungsgegenstand dienen. Die Sozialwissenschaft war für ihn damit dennoch praxisrelevant. Mit ihr sollte man soziales Handeln deuten lernen und dessen Ablauf und Wirkung ursächlich erklären können, ohne sich ein Werturteil zu erlauben. 

Die Protestantische Ethik und der ‚Geist’ der Kapitalismus (1905)

Max Weber beschäftigte sich in diesem Werk mit den Ursprüngen des Kapitalismus und zählt damit mit Georg Simmel und Karl Marx zu den Klassikern der Wirtschaftssoziologie.

Er stellte sich die Frage, warum sich gerade im Okzident eine spezifische rationale Kultur wie der Betriebskapitalismus und eine rational-bürokratische Organisation des Staates entwickeln konnten. Welche Vorteile brachten sie, und wie hoch war der Preis für die Gesellschaft?
Im Gegensatz zu Karl Marx stellten für Max Weber auch religiöse Motive eine ideelle Grundlage für den Kapitalismus dar. Der Protestantismus, besonders der Calvinismus, war laut Weber eine zentrale Ursache für die Entstehung des westlichen Kapitalismus. 

 

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