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Max Weber - Typen der Legitimen Herrschaft

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:29
Der deutsche Soziologe Max Weber beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem Thema der Herrschaft

Der deutsche Soziologe und Nationalökonom Max Weber beschäftigte sich schwerpunktmäßig mit dem Thema der Herrschaft, zu dem er auch eigene Theorien entwickelte. Noch heute - 100 Jahre später - sind seine Herrschaftstheorien ein Begriff, seine Dreiteilung der Herrschaft ist heute noch ein wissenschaftlich anerkanntes Modell.

Bitte beachten

  • Um die Dreiteilung in seinem Sinne zu verstehen, ist es unabdingbar, zuerst die Definition von Herrschaft zu betrachten. Hier sieht der Soziologe nämlich Abgrenzungsbedarf zur Macht. Macht ist nicht an den Gehorsam und die Akzeptanz der Beherrschten gebunden, Herrschaft hingegen schon.
  • In seiner Definition liest sich das so: "Herrschaft soll, definitionsgemäß, die Chance heißen, für spezifische (oder: für alle) Befehle bei einer angebbaren Gruppe von Menschen Gehorsam zu finden." 
  • Das heißt, legitime Herrschaft beruht auf der Bereitschaft zum Gehorsam und somit auf der Freiwilligkeit des Beherrschten, die Herrschaft als solche anzuerkennen.
  • Weitere Beiträge zum Thema: Was versteht man unter dem soziologischen Begriff "Klasse"?

Nach Weber unterscheidet man die drei Herrschaftstypen

Traditionale Herrschaft:

Die Untergebenen unterwerfen sich aus traditionellen Gründen der Herrschaft, weil sie es beispielsweise als gottgewollt (zum Beispiel im Zarentum) betrachten oder weil ihnen die althergebrachte herrschaftliche Tradition (zum Beispiel die Erbmonarchie) als die einzig Wahre erscheint.

 

Rationale oder legale Herrschaft:

Die Beherrschten akzeptieren die Herrschaft aus denselben Gründen wie sie es bei der traditionalen Herrschaft tun würden. Der Unterschied zu dieser besteht jedoch darin, dass sich bei der rationalen oder legalen Herrschaft die Herrschenden nicht willkürlich verhalten dürfen, sondern sich ebenfalls an Gesetze zu halten haben. Ein solches Modell ist beispielsweise die Demokratie, in der sich die Bürger dem Gesetzesapparat unterordnen, dessen Inhalte auch für die ausführenden Gewalten gilt.

 

Charismatische Herrschaft:

Sie ist das Gegenteil zur rationalen Herrschaft. Zwar ordnen sich die Beherrschten ebenfalls freiwillig unter, tun dies aber aus irrationalen Gründen. Sie gehorchen einer, meist selbstgewählten, charismatischen Persönlichkeit, der sie blindlings folgen. Moderne Sekten und ihre Führer wären ein Besipiel für charismatische Herrschaft.

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