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Mythos Konklave - Wie läuft die Wahl zum Papst ab?

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Letztes Update am 22.10.2014, 13:53
Eines der letzten großen Mysterien geschützt durch einen Eid.

„Habemus papam“, so gibt der Kardinaldiakon der breiten Öffentlichkeit auf dem Petersplatz und den vielen Millionen Menschen, die in den Medien nur auf diesen Satz warten, die Wahl eines neuen Papstes bekannt. Du wirst es vielleicht noch in Erinnerung haben, als im Jahr 2005 nach über 500 Jahren wieder ein Deutscher den Stuhl Petri erklommen und von den wahlberechtigten Kardinälen zum neuen Oberhaupt der Katholiken gewählt wurde.

  • Dabei ist der Tradition gemäß erst einmal Voraussetzung, dass der alte Papst verstorben ist, wobei ein Rücktritt eines Papstes laut Kirchenrecht möglich ist, aber noch niemals wirklich freiwillig vollzogen wurde. 
  • Dabei wirst Du Dir sicher auch die Frage stellen, wie man den eigentlich Papst wird, wer ihn wählt und wie die ganze Wahl an sich eigentlich abläuft. Hier ein kurzer Überblick.

Kurios aber wahr:

  • Papaphobia bezeichnet die Angst vor dem Papst. 

  1. Einen Papst wählen können nur Kardinäle, die das 80. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. 
  2. Sie treffen sich nach einer kurzen Trauerphase nach der Beisetzung des vorherigen Papstes in der Sixtinischen Kapelle in Rom. 
  3. Waren sie früher abgeschirmt von der Öffentlichkeit und kamen lediglich in einer Zelle unter, so ist es heute deutlich komfortabler. 
  4. In dem Konklave, so heißt die Papstwahl, gibt es keine Debatten, sondern es werden lediglich Wahlzettel verteilt, auf denen die Kardinäle einen Namen aufschreiben, von dem sie meinen, er sei der geeignete neue Papst. 
  5. Es gibt zwei Wahlgänge pro Tag, einen am Vor- und einen am späten Nachmittag. Gewählt ist, wer zweidrittel der Stimmen auf sich vereinigen kann; ab dem 30. Wahlgang reicht eine einfache Mehrheit aus. 
  6. Ist die Wahl erfolgreich, fragt der Kardinaldekan den Kandidaten, ob er die Wahl annimmt. 
  7. Bei einem Ja geleitet er ihn in das so genannte Tränenzimmer, wo der neue Papst sich umkleidet und nach Bekanntgabe der erfolgreichen Wahl durch den Kardinaldiakon selbst auf die Loggia des Petersdomes kommt, dort eine kurze Ansprache hält und im Anschluss daran erstmals den Segen „uri et orbi“ erteilt.

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