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Nationalsozialismus - Begriff und Merkmale

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:30
Als Nationalsozialismus wird die Weltanschauung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, NSDAP, bezeichnet, die von 1933 bis 1945...

Nationalsozialismus

  • Als Nationalsozialismus wird die Weltanschauung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, NSDAP, bezeichnet, die von 1933 bis 1945 unter Reichskanzler Adolf Hitler über die politische Macht in Deutschland verfügte. Der Nationalsozialismus in seiner politischen Form gilt als totalitär, da er nicht nur einen Diktator („Führer“), sondern auch die geistige und körperliche Umgestaltung der in ihm lebenden Menschen in allen existenziellen Aspekten nach seinem Bilde vorsieht. Er ist eine besondere (deutsche) Form des Faschismus. Das von Adolf Hitler geführte Deutschland wird meist als das Dritte Reich – entsprechend Hitlers Vorhaben, ein „tausendjähriges Reich“ zu errichten – bezeichnet. Aufgrund seiner verheerenden Auswirkungen im Zweiten Weltkrieg ist der Nationalsozialismus mitsamt Propaganda und Symbolik heute in Deutschland und Österreich verboten. 

Politische Machtstruktur

  • Der Nationalsozialismus sieht eine diktatorische Regierungsform vor, mit einem Diktator „Führer“ an der Spitze. Der Diktator ist Führer der Partei, Oberbefehlshaber der Wehrmacht und Oberster Gerichtsherr. Er ist somit für die Führung der gesamten Nation verantwortlich. Die NSDAP ist als einzige politische Partei zulässig und wird lediglich in verschiedene Gliederungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten unterteilt (z.B. SS, HJ). Zudem gibt es angeschlossene Verbände (z.B. Bund Deutscher Mädel, NS-Lehrerbund). Die Entscheidungsfreiheit der Bevölkerung ist hierbei völlig eingeschränkt: Sie besteht lediglich darin, den Vorschlägen des Führers für den Reichstag sowie seinen Vorlagen zur Volksabstimmung zuzustimmen. Der Nationalsozialismus sieht eine Einteilung des Landes in Gaue, Kreise, Orte, Zellen und schließlich Blöcke vor, wobei jede Instanz einem Leiter obliegt, der sich beim Leiter der nächsthöheren Instanz zu verantworten hat. Diese "Verantwortungskette" endet schließlich beim "Führer". 

Politisches Programm

  • Aus dem „25-Punkte-Programm“ ging 1920 das politische Vorhaben der Nationalsozialisten hervor. Neben der „allgemeinen Arbeitspflicht“, der „Einziehung aller Kriegsgewinne“ sowie der „Abschaffung des arbeits- und mühelosen Einkommens“ befanden sich darunter auch rassenpolitische Schwerpunkte, wie die sofortige Zwangsausweisung aller „Nichtdeutschen“ und der Ausschluss der Juden aus allen staatlichen Ämtern. 

Rassismus

  • Der Nationalsozialismus teilt die Weltbevölkerung in höhere und niedere Rassen. Zu den höheren Rassen gehört die "arische Rasse", eine nach nationalsozialistischem Verständnis indogermanische Herrenrasse, deren bester Typus über blaue Augen und blonde Haare verfüge. 
  • Die Vermischung der höheren Rasse mit niederen sei besonders schädlich, da die niedere Rasse die Stärke der Höheren generationsweise allmählich zersetze. Der NS-Rassismus richtete sich insbesondere gegen Juden, welche für alle negativen politischen Ereignisse der Zeit verantwortlich gemacht wurden. Hierbei waren jüdische Einflüsse in der Hochfinanz sowie die Dolchstoßlegende besondere Schwerpunkte. 
  • Mit pseudowissenschaftlichen Belegen suchten Nationalsozialisten bestimmte Kriterien zur Bestimmung der Rassezugehörigkeit zu untermauern (Schädeldeckenproportionen, goldener Schnitt des Körpers usw.). Nachdem Nationalsozialisten zahlreiche Länder um die Aufnahme zu deportierender Juden gebeten und nur Ablehnungen erhalten hatten, wurden mithilfe anfangs unbeholfener Massenerschießungen und später großangelegter Vernichtungslager sechs Millionen europäische Juden ermordet. 

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