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Nukleare Vorgeschichte Nordkoreas - Was ist passiert?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:21
Viel ist in diesen Tagen von einem möglichen zweiten Koreakrieg die Rede.
Besonders die nukleare Vorgeschichte Nordkoreas bereitet dabei vielen Menschen Sorge. Denn während die regulären Truppen Nordkoreas eher einer Schlägergruppe aus Kindergartenkindern entsprechen, gelten die Atomwaffen des nördlichen Koreas als ernsthafte Bedrohung der Weltsicherheit.

Vorgeschichte

Die nukleare Vorgeschichte Nordkoreas

  • 1985 unterzeichnete Nordkorea - damals noch auf sowjetischen Druck hin - den Atomwaffensperrvertrag, womit es sich zur Nichtverbreitung von Atomwaffen verpflichtete.
  • Als 1992 die letzten amerikanischen Atomwaffen aus Südkorea abgezogen wurden einigten sich die beiden koreanischen Staaten darauf, ganz Korea zur atomwaffenfreien Zone zu erklären.
  • Doch wurde bereits 1993 den Atominspektoren der Vereinten Nationen das Betreten der Kerntechnischen Anlage Nyŏngbyŏn verweigert, was einem faktischen Vertragsbruch Nordkoreas gleichkam. Das Regime in Pjöngjang drohte daraufhin mit einem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag, der erst ein Jahr darauf abgewendet werden konnte. Am 21. Oktober 1994 unterzeichneten die USA und Nordkorea in Genf das Genfer Rahmenabkommen.
  • Hier wurde beschlossen, dass Nordkorea weiter im Atomwaffensperrvertrag bleiben und den Inspektoren der Vereinten Nationen Zutritt zu seinen Atomanlagen gewähren sollte. Am 18. April 1996 wurden schließlich die sogenannten Vier-Parteien-Gespräche begonnen. Teilnehmer waren Nord- und Südkorea, die USA und China.
  • Dabei wurde jedoch lediglich die Anerkennung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 erreicht, über die Atomanlagen wurde sich nicht geeinigt. 2002 gaben die USA bekannt dass Nordkorea - nach Angaben US-amerikanischer Geheimdienste - an einem Atomprogramm arbeite. Nordkorea antworte indirekt, es "sei erlaubt ein eigenes Programm zu besitzen, jedoch werde sich zum Sachverhalt nicht geäußert".
  • Am 10. Januar 2003 trat Nordkorea schließlich vollständig aus dem Atomwaffensperrvertrag aus.
  • Im Mai 2003 kündigte Nordkorea das gemeinsame Abkommen mit Südkorea bezüglich der kernwaffenfreien koreanischen Halbinsel auf, womit die nukleare Vorgeschichte Nordkoreas offiziell wurde.

Das Atomwaffenprogramm seit 2003

  • Obwohl die nukleare Vorgeschichte Nordkoreas damit offiziell wurde, wurde erst am 10. Februar 2005 das nordkoreanische Kernwaffenprogramm bekanntgegeben.
  • Zugleich wurden auch Kernwaffentests angedroht. Um diesen Drohungen Gewicht zu verleihen wurde - nach nordkoreanischen Angaben - am 9. Oktober 2006 erstmals einen unterirdischen Atomtest durchführten.
  • Laut südkoreanischem Geheimdienst besitzt die Bombe vermutlich eine Sprengkraft von ca. 550 Kilotonnen, womit die Bombe weit schwächer ist als Little Boy, die Hiroshima-Bombe.
  • Aufgrund dieser schwachen Reaktion gehen viele Geheimdienste davon aus dass der Test mit konventionellem Sprengstoff durchgeführt wurde, um den Anschein eines Atomtests zu erwecken.

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