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Päpste der Kirchengeschichte? – Zentrale Machtfiguren

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:17
Mit Simon Petrus hat alles angefangen.
Der Apostel war das erste Oberhaupt der katholischen Kirche und vertrat dabei die Lehren des Religionsstifters Jesus von Nazareth. Im Laufe der Jahrhunderte gab es viele Nachfolger und zeitweise sogar zwei Päpste gleichzeitig. Die Geschichte der Päpste ist so bunt und aufregend wie das Leben selbst. Den Begriff des Pontifex Maximus gibt es bei den Päpsten der Kirchengeschichte allerdings erst seit der Amtszeit Leos I., der diesen Titel, oberster Priester, im 5. Jahrhundert einführte. Abgeleitet ist der Titel übrigens von den römischen Cäsaren, die in vorchristlicher Zeit nicht nur Kaiser, sondern auch oberste Priester von Rom waren.

Die Päpste und die Kirchengeschichte

Rücktritte:
Interessant ist, dass in über zweitausend Jahren Päpste der Kirchengeschichte gerade mal 5 Päpste von ihren Ämtern zurückgetreten sind. Davon zwei aufgrund von Gefangenschaft und Verbannung, Pontianus im Jahr 235 und Silverius im Jahr 537. Einer, Gregor XII., wurde 1415 im Konzil von Konstanz zum Rücktritt gezwungen und nur zwei traten wirklich freiwillig ab. Cölestin V. im Jahr 1294 und nun Benedikt XVI. im Jahr 2013. Beide sahen sich nicht mehr in der Lage, die Amtsgeschäfte zu führen.

Titel:
Der Titel eines Papstes war über die Jahrhunderte immer wieder ein Spielball der Mächtigen. Gerade im Mittelalter wurde der Titel teils vererbt, teils verkauft und verschachert und auch vom jeweiligen Machthaber benutzt, um bestimmte politische Interessen durchzusetzen. Dabei besaßen die Päpste der Kirchengeschichte selbst immer viel Macht. Kaiser und Könige mussten sich im Laufe der Geschichte ihren Anordnungen beugen und ab und zu war auch mal eine Entschuldigung fällig wie im berühmten Gang nach Canossa.
Im Jahr 1076 wollte König Heinrich IV. in einem Feldzug nach Italien verhindern, das sich der damalige Papst Gregor VII., der sich übrigens selbst zum Papst ernannte, mit den deutschen Fürsten verbündete. Der Papst hatte zuvor schon Heinrich exkommuniziert. Der Papst war damals gerade auf dem Weg nach Deutschland und verschanzte sich vor den Truppen Heinrichs in der Burg Canossa. Da aber Heinrich durch die Exkommunikation immer mehr an Einfluss und Macht verlor, wurde letztendlich aus dem Feldzug ein Bittgang zum Papst, die Exkommunikation aufzuheben. Angeblich hat Gregor VII. den deutschen König drei Tage lang barfuß im Schnee vor der Burg Canossa stehen lassen, bevor er der Bitte nachgab. Aber das ist nicht belegt.

Papst und Gegenpapst:
Immer wieder gab es auch Gegenpäpste, die aus bestimmten politischen Interessen aufgestellt und ernannt wurden. Wie viele Päpste der Kirchengeschichte es insgesamt waren, ist nicht mehr festzustellen, aber die Zahl liegt bei 25 bis 40 Gegenpäpsten. Der Höhepunkt in dieser Beziehung war das große Kirchenschisma im 14. Jahrhundert, das dazu führte, dass es 39 Jahre lang einen Papst in Rom und einen Papst im französischen Avignon gab.  

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