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Papstwahl – Ablauf des Wahlvorgangs?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:16
Die Wahl eines neuen Papstes wird in der Regel durch den Tod des bisherigen Amtsinhabers begründet.
Dass ein Papst zu seinen Lebzeiten abdankte, geschah vor Benedilt XVI zuletzt im 15. Jahrhundert.

Hintergründe des Wahlvorgangs

  • Der Ablauf des Wahlvorgangs ist mit kleinen Änderungen seit Jahrhunderten gleich geblieben.
  • Mindestens 15 und maximal 20 Tage nach der Sedisvakanz, also der Notwendigkeit einen neuen Papst zu wählen, beginnt die Konklave mit einer Messe im Petersdom.
  • Mit Konklave ist der Einschluss der Kardinäle bzw. deren Abscheidung von der Öffentlichkeit gemeint.
  • In diesem Rahmen werden die Kardinäle vereidigt. Wahlberechtigt sind grundsätzlich alle Kardinäle, die bei Beginn der Sedisvakanz das 80 Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Allerdings sollte ihre Anzahl 120 nicht überschreiten.
  • Anschließend ziehen sich die Kardinäle von der Öffentlichkeit zurück. Es ist ihnen keine Kommunikation nach Außen mehr erlaubt.
  • Sie haben ebenfalls nicht die Möglichkeit, sich über die Geschehnisse in der Welt zu informieren, damit der Ablauf des Wahlvorgangs nicht beeinflusst werden kann. Telefon, Internet, Fernsehen, Radio und Zeitung sind nicht erlaubt.
  • Am Nachmittag des ersten Tages findet eine Wahl statt. In den darauffolgenden Tagen werden dann jeweils Vormittags und Nachmittags zwei Wahlen abgehalten. Die Kardinäle schreiben den Namen ihres Favoriten auf einen Zettel, der gefaltet und in eine Urne gesteckt wird. Die Öffnung der Urne ist so gestaltet, dass es unmöglich ist, zwei Zettel gleichzeitig hinein zu stecken.
  • Nach drei Tagen wird ein Tag pausiert, wenn sich die Kardinäle bis dahin nicht auf einen neuen Papst einigen konnten.
  • Bis zu Johannes Paul musste der Papst mit zwei Dritteln aller Stimmen gewählt werden. Johannes Paul II verfügte, dass ab dem 33. erfolglosen Wahlgang eine einfache Mehrheit genügt.
  • Benedikt XVI änderte den Ablauf des Wahlvorgangs dahingehend, dass ab dem 33. Wahlgang eine Stichwahl stattfinden darf, bei welcher der Kandidat eine zwei Drittel Mehrheit auf sich vereinigen muss.
  • Wenn eine Wahl ergebnislos ausgeht, werden die Wahlzettel durch Zugabe von Chemikalien derart verbrannt, dass schwarzer Rauch entsteht.
  • In früheren Zeiten benutzte man dazu nasses Stroh und Pech, was aber oft nicht zu einer eindeutig schwarzen Farbe des Rauches führte.
  • Im Falle eines positiven Wahlergebnisses wird der Rauch weiß gefärbt.
  • Prinzipiell darf jeder gläubige Katholik zum Papst gewählt werden, also auch Laien.

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