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Pfingstler: Was ist die Pfingstbewegung?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:32
Der Name Pfingstbewegung oder Pfingstler weist auf das christliche Pfingstfest hin, welches am 50.Tag nach Ostersonntag gefeiert wird.

Der Name Pfingstbewegung oder Pfingstler weist auf das christliche Pfingstfest hin, welches am 50.Tag nach Ostersonntag gefeiert wird. Nach dem Neuen Testament ergoss sich an diesem Tag der Heilige Geist über die Apostel und Jünger Jesu. Gleichzeitig gilt Pfingsten auch als Gründungsdatum der Christlichen Kirche.

Die Geschichte der Pfingstbewegung

Ihre Anfänge liegen im späten 19.Jahrhundert. Damals herrschte in der christlich geprägten Mittel-und Unterschicht der USA oft große Unzufriedenheit mit der Kirche. Viele Menschen waren darüber enttäuscht, dass die Kirche große Reichtümer anhäufte, während ihre Mitglieder zusehends verarmten. Sie warfen den Kirchenoberen Hoffärtigkeit, sogar Gottlosigkeit vor und gründeten deshalb neue religiöse Gemeinschaften. Besonders aus baptistischen, presbyterianischen und methodistischen Gemeinden entstand eine Bewegung, die ursprünglich Heiligungsbewegung genannt wurde. Ihre Mitglieder erwarteten die Ausgießung des Heiligen Geistes und das Empfangen göttlicher Kraft, wie einst die christlichen Urgemeinden. Die ersten Pfingstler gründeten sich 1901 in der Stadt Topeka. Charles Fox Parham, ein Heiligungsprediger, rief sie ins Leben und Agnes Ozman, eine kleine Studentin seiner Bibelschule soll die Erste gewesen sein, die den Heiligen Geist empfing. Darauf hin habe sie angefangen "in Zungen zu sprechen und die ganze Welt zu berühren", so die Aussage der Pfingstbewegung. Als einer der Väter der Pfingstbewegung gilt auch William Josef Seymor, ein afroamerikanischer Prediger und Schüler Parhams, der ab 1906 bemerkenswerte Gottesdienste hielt und von dem zehntausende Sinnsuchende die Taufe und damit den Heiligen Geist empfingen.

Die Pfingstbewegung heute

Heute ist die Pfingstbewegung längst nicht mehr nur auf die USA beschränkt. Es gibt nach unterschiedlichen Zählungen zwischen 200 und 300 Millionen Anhänger weltweit. Besonders in Mittel-und Südamerika, in Afrika und Teilen Asiens sind die Pfingstler weitverbreitete Religionsgemeinschaften. In Deutschland gibt es etwa 300.000 Anhänger.

Die Botschaft der Pfingstler

Im Zentrum der Bewegung steht der Glaube an die Kraft des Heiligen Geistes, der in der Taufe über die Gläubigen kommt und die Erwartung der Wiederkehr Christi. Die Pfingstler glauben an göttliche Zeichen, Wunder, an Visionen und an die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift. Ihre Botschaft liegt darin, dass jeder Gläubige Gottes Kraft konkret durch sichtbare Zeichen des Berührtwerdens erfahren kann. In der westlichen Welt ist die Pfingstbewegung oft Protest gegen die etablierten Kirchen, die als zu modern und zu lasch in Glaubensgrundsätzen betrachtet werden. In den Entwicklungsländern ist die Bewegung oft auch ein Ventil für die Unzufriedenheit mit der politischen Führung und hat sehr starke soziale Bedeutung. Die Pfingstgemeinden schaffen kulturelle Bindung, gestärktes Selbstbewußtsein und Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen.

 

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