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Politische Bildung in der Schule: Was wird gelehrt?

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:31
Politische Bildung findet an vielen weiterführenden Schulen in Deutschland nach wie vor im Rahmen des Lehrplans der Fächer Geschichte, Gemeinschaftskunde...

Politische Bildung findet an vielen weiterführenden Schulen in Deutschland nach wie vor im Rahmen des Lehrplans der Fächer Geschichte, Gemeinschaftskunde und Erdkunde statt - so zum Beispiel in Berlin. Schleswig-Holstein bietet dagegen Politik und Wirtschaft als eigenes Unterrichtsfach an. Es gibt also keine einheitliche Richtlinie, denn Bildung in Deutschland ist Ländersache - und das betrifft auch den Politikunterricht an deutschen Schulen.

Politikunterricht vor der Deutschen Einheit

  • Bis zum Wende-Jahr 1989 galt die Deutsche Frage als eines der wichtigsten Themen für den Gemeinschaftskundeunterricht in der Mittelstufe, in Erdkunde stand meist die Behandlung der beiden politischen Systeme (DDR/Bundesrepublik) auf dem Lehrplan und in der gymnasialen Oberstufe wurde allenfalls über die Parteienlandschaft in Westdeutschland diskutiert. 
  • Grundsätzlich war Politikunterricht oft eng verknüpft mit der Behandlung zeitgeschichtlicher Themen, die in aller Regel im Geschichtsunterricht durchgenommen wurden. Aktuelle politische Begebenheiten standen selten auf dem Lehrplan - es sei denn, es handelte sich um bahnbrechende Ereignisse wie den Fall der Mauer im November 1989. 

Vermittlung politischer Bildung im heutigen Unterricht

  • Politische Bildung nimmt heutzutage einen wesentlich höheren Stellenwert im Unterrichtsgeschehen ein als noch vor 20 oder 30 Jahren. In vielen Bundesländern hat sich der Politikunterricht als eigenes Unterrichtsfach etabliert, denn längst ist klar geworden, dass die Fächer Geschichte, Sozialkunde und Erdkunde politische Themen nicht in der Breite wie es angemessen wäre behandeln können. 
  • Dabei geht es nicht nur um die Diskussion tagespolitischer Ereignisse, sondern grundsätzliche politische Themen. Dazu zählen beispielsweise:
  • Die Europäische Union und ihr Wirken;
  • die deutsche Parteienlandschaft;
  • Für und Wider der Globalisierung;
  • die Bedeutung Chinas für den Weltmarkt; etc.
  • Obwohl die Behandlung politischer Themen im Unterricht deutlich zugenommen hat, bleibt es für Lehrer weiterhin eine Herausforderung, Schüler für Politik zu begeistern. Denn viele junge Leute finden Politikunterricht nicht anschaulich und interessant genug - sie beklagen, dass die Inhalte zu wenig mit ihrem eigenen Alltag zu tun hätten und Anknüpfungspunkte fehlten.
  • Wichtig ist es daher, die jungen Leute mit Aktionen und Projekten zusätzlich zum Unterricht anzusprechen. Ein Beispiel dafür ist die "Juniorwahl", die ergänzend zu Europa-, Bundes- und Landtagswahlen an Schulen stattfindet. Die Schüler haben hier die Möglichkeit, über Programme und Kandidaten zu sprechen und dürfen am Ende sogar selbst wählen! Auf diese Weise lernen sie, wie Demokratie funktioniert, fühlen sich ernst genommen und dürfen teilhaben. 

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