Foto: Shutterstock.com

Politische Disobedience? - Entstehungsgeschichte der Piratenpartei

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:06
Die Piratenpartei ist noch eine sehr junge Partei in Deutschland.
Mittlerweile konnte sie bereits mehrere Erfolge verbuchen. So ist sie in mehreren Landtagen vertreten und die Erfolgsaussichten stehen gut, dass die Partei bei der nächsten Bundestagswahl im Jahr 2013 auch in den Bundestag Einzug halten wird. 

Die Gründungsgeschichte

  • Die Piratenpartei gründete sich in Deutschland am 10. September 2006 in der Berliner c-base. Zum ersten Mal in der Geschichte einer Parteigründung spielte sich die Gründung fast ausschließlich im Internet ab. Das Parteiprogramm und die Satzung sind durch diese Art der öffentlichen Arbeit nahezu einhellig begrüßt worden. 
  • Die Piratenpartei hat ihren Ursprung in Schweden. Erst nachdem die Partei hier Aufsehen erregte und Erfolge verbuchen konnte, gründeten sich auch Piratenparteien in anderen Ländern. 
  • In Schweden wurde die Piratenpartiet am 1. Januar 2006 gegründet. Die Etablierung der Partei kann insgesamt in sechs Phasen unterteilt werden. Zunächst wurden über 2000 Unterschriften gesammelt, die die Piratenpartei dazu befähigen sollten, an den Parlamentswahlen teilnehmen zu dürfen. 
  • Dieses Ergebnis war in weit weniger als 24 Stunden erreicht. In den Phasen zwei bis fünf wurde ein geeigneter Kandidat für die Parlamentswahlen aufgestellt und die Partei offiziell registriert. 
  • Es gab folgend mehrere Berichterstattungen in den schwedischen Medien. Die Partei wurde so bei der breiten Bevölkerung bekannt. Eine große schwedische Zeitung startete eine Umfrage und die Piratenpartei erreichte auf Anhieb 61 %. Die Zugriffszahlen auf die Webpräsenz der Piratenpartei schossen schnell in die Millionen. 
  • Es folgten Berichterstattungen in ganz Europa. Die Partei hatte begonnen sich auszudehnen. Die letzte sechste Phase war die Wahl selbst. Die Piratenpartei erreichte bei der Wahl 34918 Stimmen und war so mit 0,63% der Stimmen die nun zehnstärkste Partei in Schweden. Heutzutage ist die Partei die drittgrößte Partei und hat über 43000 Mitglieder. 
  • In Deutschland wird die Piratenpartei als Alternative gegenüber den traditionellen Volksparteien gesehen. Sie hat in der Vergangenheit die Stimmen vieler ehemaliger Nichtwähler gewonnen und wächst weiterhin stetig. 
  • Ein Grundsatzprogramm ist mittlerweile im Internet einsehbar. Was noch fehlt und einer Ausarbeitung bedarf, ist ein Programm und eine konkrete Positionierung zu aktuellen politischen Fragen, die debattiert werden. Hier hat die Piratenpartei bei vielen Grundsatzfragen noch keine genaue und für den Wähler erkennbare Position.

Kommentare