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Politisches Konzept: Chavismus – Erklärung

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Letztes Update am 22.10.2014, 14:22
Was ist das für ein politisches Konzept: Chavismus?

Was ist das für ein politisches Konzept: Chavismus? Es ist noch gar nicht so besonders alt - und ob es seinen Namensgeber noch lange überleben wird, bleibt abzuwarten. Nachdem Hugo Chávez 1998 die Präsidentschaftswahl in Venezuela gewonnen hatte, nahm er grundlegende Veränderungen vor. Er war so radikal wie lange kein Präsident in Venezuela vor ihm, und seine Verfassungsänderungen sowie seine Art, für sein Volk zu sorgen, polarisierten: Während die armen Bevölkerungsschichten in Venezuela ihn als Helden verehrten, betrachteten gerade die USA die plötzliche radikale Entwicklung des lateinamerikanischen Landes mit Sorge. Geboren war ein neues politisches Konzept: Chavismus.

Chavismus

  • Was den USA Sorgen bereitete, war die Tatsache, dass Hugo Chávez mit seiner sozialistischen Partei (PSUV) offen für ein im Sozialismus geeintes Lateinamerika eintrat.
  • Während Chávez' Amtszeit stieg der Ölpreis um mehr als das Zehnfache. Chávez benutzte die riesigen Einnahmen, um Lebensmittel an die Ärmsten der Armen zu verteilen und kostenlose Krankenstationen einzurichten. Sein Volk feierte ihn als Helden.
  • Der Imperialismus der Amerikaner war für Hugo Chávez ein Feind und viel weniger menschenfreundlich als sein politisches Konzept: Chavismus. Er suchte sich seine Vorbilder lieber auf Kuba. Die Brüder Castro waren seine verehrten Freunde. 
  • Zeitweise verfügte Chávez durch die Öleinnahmen über so viel Geld, dass er auch andere Staaten gern unterstützte, die in seinen Traum vom geeinten sozialistischen Lateinamerika passten: Argentinien, Nicaragua, Ecuador und Bolivien erhielten seine Unterstützung.
  • Mit Kuba tauschte er günstiges Öl gegen medizinisch geschulte Fachkräfte.
  • Am 5. März 2013 starb Hugo Chávez und hinterließ seinem Nachfolger ein schweres Erbe: Schon in den letzten Jahren war es mit Venezuela bergab gegangen.
  • Zu Teilen lag dies an der Vertreibung ausländischer Investoren. Ohne deren Geld konnten die zahlreichen Maschinen in der Ölwirtschaft nicht modernisiert werden. Es wurde weniger Öl gefördert, und es kam zu Unfällen.
  • Auch der Abbau von Metallen ist stark zurückgegangen. Gehörte Venezuela früher zu den größten Exportländern von Aluminium, muss es heutzutage importieren. Die Inflationsrate gehört zu den höchsten der Welt, und die Menschen haben immer weniger zum Leben.
  • Es wird sich zeigen, ob Chávez' Nachfolger die Probleme in den Griff bekommt und die Bevölkerung Venezuelas von sich überzeugt. Sonst stirbt nach dem Präsidenten auch sein politisches Konzept: Chavismus.

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