Foto: The Pix-Jockey/Flickr.com/CC

Präsident Putin: Seine skurilsten Aktionen

Drucken
Letztes Update am 22.10.2014, 14:35
Präsident Putin, einstiger KGB-Offizier und heute der erste Mann in Russland,

Präsident Putin, einstiger KGB-Offizier und heute der erste Mann in Russland, bleibt seinem Image und auch irgendwie dem kurios anmutenden Macho-Nimbus der russischen Männer treu, indem er immer wieder in Posen an die Öffentlichkeit tritt, welche Wirkungen entfalten, die von skuril bis makaber reichen. Zu den Posen in denen sich Präsident Pution inszenierte, gehörten Auftritte in Kampfjets, mit Tigern, als Judo-Kämpfer oder inmitten der Prärie. Skuril bemüht sich das Staatsoberhaupt von Russland dabei offenbar, einen Männlichkeitswahn zu kultivieren, der an russische Helden wie Iwan den Schrecklichen oder Peter den Großen erinnern soll, die es bei Bedarf auch noch selbst mit den seinerzeit zahlreichen Feinden des Reiches aufnahmen.

Heroisch oder albern?

Was seinerzeit jedoch heroisch anmutete, wirkt heute oft nur noch kurios, ja albern. So inszenierte sich Putin nicht nur im Kampfjet in der Luft, sondern bereits auch auf dem Wasser, weil dieses ja auch als ein besonders gefährliches Element gilt. Daher erlebte die Öffentlichkeit Putin auf einem Walfänger oder unlängst auch an Bord eines kleinen U-Bootes, während er mit diesem bis in 60 Meter Tiefe, zum Wrack eines im Jahre 1869 gesunkenen Schiffes der russischen Marine abtauchte und die russischen Fernsehkanäle unmittelbar an seiner Tauchaktion teilhaben ließ.

Während eines Sibirien-Urlaubes ließ sich Putin hingegen in Cowboy-Habitus von der Presse ablichten, wozu selbstverständlich die Attribute Pferd, Flinte und Piloten-Sonnenbrille gehörten. Nicht minder legendär war jedoch Putins Pose, in der er sich an Bord eines motorisierten Drachenfliegers zeigte. Angeblich, um auf diese Weise für den Erhalt sibirischer Naturschutzgebiete zu werben. Scheinbar lässt der Staatsmann, der weder Mühen, noch Risiken scheut, um sich in der Rolle des starken Mannes medienwirksam zu präsentieren, kaum eine Gelegenheit aus, um sich entsprechend in Szene zu setzen. Zu seinen legendären Posen gehörten auch Auftritte im Cockpit eines Formel-1-Rennwagens, eine eigens inszenierte Tigerjagd, an der er teilnahm sowie seine öffentlichkeitswirksame Mitwirkung an einer Pazifik-Expedition, bei der er sich an Bord eines Schiffes mit Armbrust als moderner Walfänger ablichten ließ.

Zu den beliebtesten Posen zählt allerdings der Auftritt mit bloßem Oberkörper und dem schwarzen Meister-Gürtel eines Judokas, in dem der Präsident immer wieder vor die Kameras tritt. Die Kernbotschaften sind dabei unmissverständlich. Sie lauten: Ich bin dynamisch und stark; voller Vitalität stehe ich mitten im Leben! Und natürlich: Legt euch nicht mit mir an! Allesamt Posen, die an Geltungsdrang und Verkleidungssucht erinnern, wie sie weiland Kaiser Wilhelm II. bei jeder Gelegenheit zur Schau stellte.

Selbstschutz?

Heute wirken sie in der Weltöffentlichkeit weder imponierend, noch einschüchternd. Bestenfalls skurril. Das russische Volk jedoch, an starke Männer, die es führten und einten gewöhnt, mag sich noch von den martialischen Auftritten blenden lassen. Schließlich kennt Putin die Seele seines Volkes am besten und mag über einen Stab psychologisch geschulter PR-Berater verfügen, die ihm, möglicherweise aus gutem Grund, sofern man an aufsässige Aktionen von Personen wie Chodorkowski denkt, zu derlei Auftritten raten. Somit ist das inszenierte Bild des starken und vitalen Präsidenten möglicherweise nicht nur eine Warnung, sondern zugleich auch ein Stück weit Selbstschutz, um sich gegen Kritiker in den eigenen Reihen zu wappnen.

Kommentare